Pressebericht Ford-Filterproblem: Köln mauert

Von Jens Rehberg und Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Auffallend viele Ford-Modelle mit dem 1,5-Liter-TDCI- oder dem 2.0-Eco-Blue-Aggregat rasseln schon seit einiger Zeit durch die Partikelzählung bei der AU. Die Ursache ist nicht ganz klar – jetzt muss der ADAC dem Hersteller auf die Sprünge helfen. Und auch für Werkstätten könnte die Sache zum finanziellen Problem werden.

Bei der seit einem Jahr obligatorischen Partikelzählung bei Euro-6/VI-Fahrzeugen führt Ford die Liste der Durchfaller mit Abstand an.(Bild:  picture alliance/dpa)
Bei der seit einem Jahr obligatorischen Partikelzählung bei Euro-6/VI-Fahrzeugen führt Ford die Liste der Durchfaller mit Abstand an.
(Bild: picture alliance/dpa)

Der ADAC hat nach einer Analyse die Ursache dafür eingegrenzt, dass seit einem Jahr zahlreiche Ford-Diesel wegen erhöhtem Partikelausstoß bereits ihre erste Hauptuntersuchung nicht bestehen. Laut einem Bericht in der aktuellen Ausgabe von „Auto Motor und Sport“ (18. Juli) deuten Untersuchungen im ADAC-Technik-Zentrum Landsberg auf eine fehlerhafte Partikelfiltersteuerung durch die Fahrzeugelektronik hin. „Das Management von aktiver und passiver Regeneration könnte nicht aufeinander abgestimmt sein“, wird der Leiter der Einrichtung, Dr. Reinhard Kolke, in dem Artikel zitiert.

Zuvor hatte ein Expertenteam des ADAC und der Zeitschrift Partikelfilter aus zwei von dem Problem betroffenen Fahrzeugen untersucht. Beide Dieselpartikelfilter wirkten jedoch intakt, sodass das Team am ehesten „ein suboptimales Regenerationsmanagement“ als Ursache für die Probleme in Betracht zieht.

Dass die Ursache für das Ford-AU-Problem nicht erst seit Einführung der Partikelzählung hierzulande besteht, darüber hatte »kfz-betrieb« bereits zu Jahresbeginn im Rahmen des Beitrags „Dreck macht Speck“ berichtet. Schließlich setzt allen voran unser Nachbarland Belgien bereits seit Juli 2022 die Partikelzählung bei Euro-5/6-Diesel-Fahrzeugen ein. Und bereits hier zeigte sich, dass Partikelfilter nicht oder nicht die einzige Ursache für das massenhaft schlechte Abschneiden im Rahmen des neuen Messverfahrens sind. So vertrat Jean-Philippe Lombardi, Pressesprecher der wallonischen Regierung in Belgien, gegenüber »kfz-betrieb« bereits Ende letzten Jahres die Ansicht, dass bei Ford-Modellen insgesamt Komponenten des Abgassystems schlecht adaptiert oder konstruiert sein können. Beispielsweise könne die Strecke zwischen Motor und Partikelfilter zu lang oder unvorteilhaft geformt sein, so Lombardi.

Böse Erinnerungen an DPF-Skandal 2007

Ford sagte zu alledem bislang nichts Konkretes, versprach jedoch am Jahresanfang, im April eine Lösung des Problems zu präsentieren. Auch auf eine entsprechend aktuelle Anfrage von „Auto Motor und Sport“ habe sich der Hersteller nicht zur Sache geäußert. Vor drei Monaten hatte Ford zumindest einigermaßen konkret auf eine „Fehlfunktion des Dieselpartikelfilters aufgrund hoher Temperaturen“ verwiesen. Die Zeitschrift fragte zudem nach, ob Kunden, die sich bereits für bis zu 5.000 Euro einen neuen Filter einbauen ließen, jetzt mit einer Rückerstattung rechnen dürften. Auch auf diese Frage gab es keine Antwort.

Doch genau eine solche dürfte auch für etliche Kfz-Betriebe von Interesse sein. Nämlich dann, wenn Kunden bei der nächsten HU/AU bei ihnen auf der Matte stehen und ihr Wagen mit einem gerade einmal zwei Jahre alten DPF wieder durch die Abgasprüfung rasselt. Dieser Umstand weckt schlechte Erinnerungen an den DPF-Nachrüst-Skandal von 2007. Im Zuge seiner „Beseitigung“ wurden Kfz-Betriebe, obwohl völlig unschuldig an der Skandalursache, finanziell in Sippenhaft genommen.

Laut dem Bericht untersucht das Kraftfahrt-Bundesamt bereits seit Ende letzten Jahres, ob die verbauten Filter die gesetzlichen Dauerhaltbarkeitsanforderungen erfüllen oder ob ein Serienmangel vorliegt, der wohl einen Rückruf auslösen würde. Doch bis heute kann das Amt kein Ergebnis seiner Untersuchungen vorweisen – es hüllt sich in Schweigen.

Nach einer Auswertung des TÜV-Verbands überschritten von August bis Oktober 2023 3,4 Prozent aller Dieselfahrzeuge die Grenzwerte im Rahmen der HU. Laut „Auto Motor und Sport“ befinden sich unter den Top 15 der hierbei durchgefallenen Autos sieben Ford-Modelle – die meisten davon seien mit dem 1,5-Liter-TDCI- oder dem 2.0-Eco-Blue-Motor ausgestattet.

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