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Ford: Geringes Interesse am Mustang-Mach-E-Vertrieb

Autor: Julia Mauritz

Lediglich 20 Prozent der deutschen Ford-Partner haben bislang die Vertriebsvereinbarung für Fords ersten Stromer unterzeichnet. Das hat vor allem einen Grund.

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Der Ford Mustang Mach-E ist seit dem vergangenen Herbst online reservierbar.
Der Ford Mustang Mach-E ist seit dem vergangenen Herbst online reservierbar.
(Bild: Copyrighted imagery - distribution rights granted to moofe)

Seit Herbst letzten Jahres können Kaufinteressenten auf der Website von Ford das vollelektrische Performance-SUV Mustang Mach-E reservieren. Weniger als zehn Mausklicks sind notwendig, um den Reservierungsprozess für den mindestens 46.900 Euro teuren Stromer komplett abzuschließen. Dazu zählt auch die Wahl eines Wunschhändlers. Anders, als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten könnte, wird der Kaufvertrag ausschließlich über den Handel abgeschlossen.

Das Interesse der Ford-Partner am Vertrieb des Mustang Mach-E ist bislang jedoch überschaubar: Nach Angaben des Ford-Partner-Verbands haben bisher nur rund 20 Prozent aller Ford-Partner den entsprechenden Side Letter unterzeichnet, der im November 2019 verabschiedet worden war. Für Fabio Krause, Geschäftsführer des Ford-Partner-Verbands, ist das keine Überraschung: „Da das einzige rein elektrische Modell von Ford bislang der Mustang Mach-E ist, sehen viele Betriebe den betriebswirtschaftlichen Nutzen für sich noch nicht, zumal die Marge für das Auto aus Sicht des Handels viel zu gering angesetzt ist und unter massiver Kritik steht“, unterstreicht er.

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Die vom Hersteller ursprünglich geforderten Elektrostandards hatte der Ford-Partner-Verband im Sinne des Handels deutlich reduzieren können: Statt zwei 22-kWh-Ladesäulen sind nur noch zwei 11-kWh-Ladesäulen Pflicht. „Darüber hinaus konnten wir erreichen, dass die Händler bei den teil- und vollelektrifizierten Modellen bei Leasinggeschäften die freie Wahl haben, ob sie das Restwertrisiko selbst übernehmen oder nicht“, bemerkt Johann Gesthuysen, Präsident des Ford-Partner-Verbands.

Eine Frist für die Unterzeichnung des Side Letters hat der Hersteller nicht gesetzt. Die Ford-Partner können auch in den kommenden Monaten noch auf den E-Zug aufspringen, zumal der Mach-E laut Hersteller erst zum Jahresende 2020 ausgeliefert wird. Angaben über den geplanten Absatz des Mach-E in Deutschland sowie die bisherige Kundenresonanz wollte ein Ford-Sprecher auf Anfrage nicht machen.

Bezüglich der Margengestaltung von zukünftigen Elektromodellen, die der Kooperation mit Volkswagen entspringen werden, stehen die Gespräche zwischen dem Hersteller und dem Ford-Partner-Verband noch an. „Ford hat bereits eine faire Lösung angekündigt. Wir sind gespannt“, so Johann Gesthuysen. Er stellte im Gespräch mit »kfz-betrieb« in Aussicht, dass der Partner-Verband etwaige Verhandlungen stets im Interesse der Händler ambitioniert führen werde. Es könne nicht sein, dass der Handel für eine repräsentative Vertretung der Marke in Betriebsstandorte, in Personal und Qualität investiere und dann dafür keine ausreichende Marge erhalten solle. Der Vertrieb eines elektrischen Fahrzeugs erfordere schließlich den gleichen Aufwand auf Handelsseite wie die bisherigen Modelle.

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 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Stv. Ressortleiterin