Suchen

Mobile.de-Round-Table Frauen denken anders

| Autor / Redakteur: Isabella Finsterwalder / Joachim von Maltzan

Die Teilnehmer des dritten Mobile.de-Round-Table waren sich einig: Frauen werden die Branche stark beeinflussen, da sie anders denken und reagieren.

Firmen zum Thema

Die Diskussionsriege anlässlich des dritten Mobile.de-round-table „Frauen und Auto“ (v.l.): Vanessa Dill (Mobile.de), Maria Greger und Luciana Silvares (Mazda Motor Europe), Dr. Konrad Weßner (Puls) und Dr. Karin Müller (TÜV Rheinland)
Die Diskussionsriege anlässlich des dritten Mobile.de-round-table „Frauen und Auto“ (v.l.): Vanessa Dill (Mobile.de), Maria Greger und Luciana Silvares (Mazda Motor Europe), Dr. Konrad Weßner (Puls) und Dr. Karin Müller (TÜV Rheinland)
( Archiv: Vogel Business Media )

An 75 Prozent aller Autokaufentscheidungen sind heute Frauen beteiligt, bringt es Dr. Konrad Weßner vom Marktforschungsinstitut Puls auf den Punkt. Und dieser Trend gehe weiter nach oben. Einer der Gründe für diese Entwicklung seien bessere Bildungs- und Berufschancen und damit steigende Einkommen bei Frauen. Weßner fordert, Frauen als Ideenquelle für Innovationen noch viel stärker einzubeziehen, um die Autos bequemer, schicker und sicherer zu machen. Weßner: „Wenn weibliche Bedürfnisse berücksichtigt werden, profitieren alle.“ Der Marktforscher ist daher überzeugt, dass der Hersteller, der am besten bei Frauen punktet, die Nase vorn haben wird. Weßner fordert die Automobilhändler auf, viel stärker auf die Bedürfnisse von Frauen einzugehen (vgl. Interview, Seite 47).

Anlässlich des dritten Mobile.de-Round-Table zum Thema „Frauen und Auto“ bekräftigte auch Mobile.de-Marketingchefin Vanessa Dill, dass Frauen längst ein wichtiges Wachstumssegment darstellen, sowohl im Internet-Fahrzeugmarkt als auch für die gesamte Automobilbranche. Bereits heute sei jeder dritte Mobile.de-Nutzer weiblich.

Frauen als wichtiges Wachstumssegment

Dill: „Frauen haben das Internet in Sachen Autokauf fest in ihr Leben integriert.“ Befragungen hätten ergeben, dass für annähernd 70 Prozent der Frauen bei der Suche nach dem Wunschauto die einfache Handhabung und die Verständlichkeit der Suchfunktionen im Vordergrund stehen. Sie legten mehr Wert darauf, möglichst viele Bilder ihres Wunschautos im Inserat anschauen zu können als Männer. Bei ihnen, so Dill, müsse der erste Eindruck „einfach stimmen“. Von den 1,2 Millionen weiblichen Mobile.de-Nutzern inserierten mehr als 20 Prozent selbst Fahrzeuge. Diese legen viel Wert auf Services, die sie in der Kauf- bzw. Verkaufsvorbereitung unterstützen und ihnen das nötige Rüstzeug an die Hand geben, wie beispielsweise den Durchschnittspreisrechner zur Ermittlung des aktuellen Marktpreises.

Frauen stehen auf Umwelt und Sicherheit

Die Referentin und Geschäftsführerin der TÜV Rheinland Verkehrs- und Betriebspsycholgie GmbH, Dr. Karin Müller, ist Diplom-Psychologin und seit 1990 für den TÜV Rheinland tätig. Sie stellt fest, dass das Auto für Frauen keine Machtdemonstration ist, sondern eine emanzipatorische Aussage für die Fahrerin. Hinzu komme, dass für Frauen das Auto nicht als Verstärker der eigenen Kraft im Vordergrund stehe.

Entscheidend sei vielmehr das Sicherheitsgefühl, wie beispielsweise die Möglichkeit des sicheren Überholens. Unter dem Aspekt der Sicherheit sind Müller zufolge Frauen auch die besseren Kundinnen im Autohaus. Diesen Aspekt müssten die Autohäuser künftig noch viel stärker berücksichtigen. So hätten Frauen zwar eine signifikant höhere Markenbindung als Männer, jedoch eine ungleich geringere Bindung an ihren Händler. Frauen freuten sich zudem, ein Auto zu haben, das ihnen Wahlfreiheit, Unabhängigkeit und Belohnungsmacht gäbe. Wie Müller mit Blick auf das Verhalten von Frauen im Straßenverkehr hervorhebt, müssten Autofahrerinnen so gut wie nie bei der Medizinisch-Psycholgoischen Untersuchung erscheinen. Das träfe zu 95 Prozent Männer. Allerdings sei die Zahl der Parkverstöße durch Frauen immens. Auch holten Frauen als Raser sowie im Drogenkonsum auf.

Unisex-Automobile gewünscht

„Es gibt keinen großen Unterschied zwischen Frauen und Männern bei den automobilen Kaufmotiven.“ Maria Greger und Luciana Silvares, beide Designerinnen von Mazda Motor Europe in Oberursel bei Frankfurt, sind überzeugt, dass die Automobilbranche daher auch kein geschlechtsspezifisches Design und Marketing benötigt. Die beiden Designerinnen unisono: „Es gibt kein Frauenauto!“ Vielmehr würden die Fahrzeuge je nach Lifestylepräferenzen und individuellen Bedürfnissen gekauft. Luciana Silvares weiter: „Die Frauen wollen das Gleiche wie die Männer. Also müssen wir dafür sorgen, dass wir entsprechende Produkte kreieren.“ Je mehr Frauen künftig in der Wirtschaft engagiert seien, je mehr die Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau in der Familie voranschreitet, so die Designerinnen, umso normaler würden auch die Kinder mit der Rolle der Frau als Mutter und Berufstätige aufwachsen. Bei der jungen Generation entfällt der Unterschied der Geschlechter, resümiert Silvares.

(ID:230754)