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Fuchs Petrolub streicht Gewinnziel zusammen

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Wegen der schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie reduziert der Schmierstoffhersteller sein Gewinnziel. Fuchs erwartet nun einen Rückgang beim operativen Ergebnis um 20 bis 30 Prozent. Dieser Schritt war erwartet worden.

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(Bild: Fuchs)

Eine schwache Nachfrage aus der Autoindustrie macht dem Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub immer mehr zu schaffen. „Für das verbleibende Jahr gehen wir nicht von einer Verbesserung der globalen wirtschaftlichen Gesamtsituation aus und erwarten insbesondere nicht die Belebung des für uns wichtigen automobilen Sektors, von der wir ursprünglich ausgegangen waren“, schrieb Unternehmenschef Stefan Fuchs am Donnerstag in einem Aktionärsbrief. Die Ziele für das Gesamtjahr strich der im MDax notierte Konzern deshalb zusammen.

Fuchs Petrolub erwartet nun einen Rückgang beim operativen Ergebnis (Ebit) um 20 bis 30 Prozent, wie der Konzern bei der Vorlage seiner vollständigen Halbjahresbilanz am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz soll um bis zu drei Prozent zurückgehen. Zuvor hatte das Unternehmen beim Umsatz im Gesamtjahr ein Plus von zwei bis vier Prozent angepeilt und beim operativen Ergebnis mit einem Rückgang um fünf bis acht Prozent gerechnet.

Am Aktienmarkt verschreckten die neuen Prognosen niemanden. So hagelt es bereits seit Wochen Gewinnwarnungen aus der Auto- und Chemiebranche. Der Schritt von Fuchs kam in diesem Umfeld wenig überraschend. Nachdem die Aktie kurz nach Börseneröffnung mehr als fünf Prozent nachgegeben hatte, erholte sich das Papier von Kursverlusten und gewann zuletzt um gut ein Prozent.

Das Unternehmen mache mit dem neuen Jahresziel Tabula rasa, weil es in jedem Fall wohl vermeiden wolle, noch einmal negativ nachjustieren zu müssen, erklärte Analyst Axel Herlinghaus von der DZ Bank.

„Das erste Halbjahr 2019 verlief für Fuchs enttäuschend“, hieß es von Manager Fuchs weiter. Nach einem schwachen ersten Quartal in Europa und Asien habe der Umsatzrückgang im zweiten Quartal nun auch Nord- und Südamerika und damit alle für das Unternehmen wichtigen Märkte erfasst. Der Konzernchef steuert mit Kostensenkungen gegen. „Wo immer möglich, werden wir unsere Ausgaben mit Augenmaß weiter reduzieren und Personal zunächst nicht wie geplant weiter aufbauen“, so Fuchs. An den Investitionen für Modernisierung und Erweiterung der Werke hält Fuchs weiter fest.

Bereits Anfang Juli hatte der Mannheimer Konzern gewarnt, nach einem Rückgang des operativen Gewinns (Ebit) um rund ein Fünftel in den ersten sechs Monaten die Jahresprognose nicht mehr erreichen zu können. Letztlich brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 19 Prozent auf 157 Millionen Euro ein. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 112 Millionen Euro. Das war ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Die Erlöse gingen wie bereits bekannt um ein Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro zurück.

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