So motorisiert geht der 650i äußerst vehement ans Werk: 0-100 km/h dauern glatte fünf Sekunden, die Spitze von abgeregelten 250 km/h wird mit großer Mühelosigkeit erreicht. Der Vorgängermotor, ein 4,8-Liter-Sauger, hätte im Vergleich keine Chance.
Erheblichen Anteil an der Agilität des Antriebs hat die von ZF zugelieferte 8HP70-Automatik mit acht Gängen. Sie schaltet so schnell und effizient, dass ein Doppelkupplungsgetriebe eigentlich nicht vermisst wird. Wohl aber das Sechsgang-Schaltgetriebe von Getrag, mit dem BMW ausschließlich den US-Markt beliefert. Europäischen Vorurteilen zum Trotz gibt es in den USA nämlich einen eingeschworenen Freundeskreis klassischer Schaltgetriebe; beim M5 und M6 der letzten Generation, bei denen eine manuelle Box nicht mehr vorgesehen war, mussten die Münchner eilig nachentwickeln. Dass diese Wahlmöglichkeit BMW-Kunden hierzulande vorenthalten wird, dürfte der eine oder andere von ihnen lebhaft bedauern.
Die automatische Motor-Getriebe-Kombination entschädigt dafür allerdings mit einem herzhaften Brabbeln beim Schalten, das über die Spätzündung erzeugt wird. Außerdem senkt der sehr lang übersetzte achte Gang das Drehzahlniveau bei Konstantfahrt so weit ab, dass die Verbrauchswerte akzeptable Regionen erreichen. Die im EU-Zyklus herausgefahrenen 10,7 l/100 km würden wir dennoch ins Reich der Fabel verweisen, wenn es sich nicht um einen standardisierten Test handelte. Nur bei sehr zurückhaltendem Gasfuß gelingt es, den Realverbrauch unter 13 Liter zu drücken. Bei scharfer Fahrweise pendelt er zwischen 16 und 21 Litern.
Schuld an dem hohen Verbrauch hat auch das weiter angestiegene Gewicht. Nach DIN-Norm liegt es nunmehr bei 1940 Kilogramm - trotz reichlicher Verwendung von Kunststoff und Aluminium. Das beim Vorgänger eingeführte Konzept des gewichtsreduzierten Aluminium-Vorderwagens (GRAV) wurde nicht weiterverfolgt.
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