Gefahren: BMW 650i Cabriolet - Der Ästhet

Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

Der 6er sieht wieder so aus, wie ein sportlicher BMW aussehen muss. Noch vor dem Coupé geht das Cabriolet an den Start, das wir mit dem 407 PS starken V8-Turbo gefahren sind.

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BMW 650i Cabrio: breit, flach und gestreckt.
BMW 650i Cabrio: breit, flach und gestreckt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Einst gehörten die großen BMW-Coupés zum elegantesten, was auf vier Rädern zu bekommen war. Dann jedoch kam die Studie Z09 als Vorläufer des jetzt abgelösten 6er, den es erstmals auch als Cabriolet gab. Mit jener Baureihe zog eine neue Formensprache ein, die auf Volumen statt filigraner Linien setzte und ungeniert mit konvexen und konkaven Flächen spielte. Der Applaus hielt sich in Grenzen.

Doch jetzt ist die Welt wieder in Ordnung: Der Designsprung ist geschafft, und der vom Designer Nader Faghihzadeh gezeichnete, dritte 6er verbindet neuzeitlichen Futurismus und Dreidimensionalität auf das glücklichste mit klassischen Proportionen und Stilelementen. Das Fahrzeug wirkt breit, flach und gestreckt; sogar die Haifischnase ist wieder angedeutet. Die Form vermittelt, um ein Bild des früheren BMW-Chefdesigners Chris Bangle abzuwandeln, wieder etwas mehr von der Aggressivität eines Fechters und weniger von der eines amerikanischen Basketball-Spielers.

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Kurioserweise kommt die Coupé-Variante erst nach dem Cabriolet auf den Markt - und nächstes Jahr soll es sogar einen Viertürer geben, der direkt auf Audi A7 und den Mercedes-Benz CLS zielt. Diese kommenden Varianten werden neben dem Cabriolet eigenständigen Charakter zeigen. Der offene 6er leistet sich wie schon sein Vorgänger die Verspieltheit einer lotrechten Heckscheibe, die von zwei Finnen flankiert wird. Sie kann auch bei geschlossenem Verdeck heruntergefahren werden.

Orientierung ist wieder da

Das Interieur, das von dem hervorragend gedämmten Stoffdach gut abgeschirmt wird, hat vom Modellwechsel profitiert. Die zwischenzeitlich fast verlorengegangene Fahrerorientierung ist wieder da, die Materialien sind besser ausgewählt und sorgfältiger verarbeitet. Wenig zu spüren ist allerdings von der um 7 auf 489 cm gewachsenen Länge. Vorn sitzt man tief und bequem, hinten wird es allerdings bald ungemütlich, wenngleich die Sitze für kurze Strecken durchaus erwachsenentauglich sind.

Angetrieben wird der 6er vorerst von zwei Maschinen, die aus anderen Baureihen bekannt sind. Einstiegsmodell ist der 640i mit dem 3,0-Liter-Reihen-Sechszylinder N55, der 320 PS leistet und von lediglich einem Turbolader zwangsbeatmet wird. Die irreführende Bezeichnung „TwinPower“ bezieht sich hier auf das Twin-Scroll-Prinzip der getrennten Abgaszufuhrkanäle. Wir sind den 650i jedoch mit dem 407 PS starken 4,4-Liter-V8 namens N63 gefahren, bei dem „TwinPower“ eine völlig andere Bedeutung hat: dieser Motor verfügt über zwei Turbolader, die zwischen den Zylinderbänken angeordnet sind. Schon ab 1750/min steht das Maximaldrehmoment von 600 Nm zur Verfügung.

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