Gefahren: Honda Civic Type R – Tschüss Golf GTI

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Entscheidend zum Fahrspaß trägt neben der Kombination aus Motor und Getriebe auch die Symbiose von Fahrwerk, Lenkung und Bremse bei. Dabei haben die Japaner die Lenkgeometrie des Civic so fein angepasst, dass sich selbst bei sehr sportlicher Gangart nahezu keine Antriebseinflüsse in der Lenkung spüren lassen – bei 235 kW/320 PS keine Selbstverständlichkeit. Die Aufhängung ist sowohl im Komfort- als auch im Sportmodus perfekt für die flotte Landstraßen-Hatz geeignet, der extreme „R+“-Knopf sollte allerdings zum Wohle der Bandscheiben nur auf sehr frisch asphaltierten Strecken oder auf einem Rundkurs gedrückt werden.

Überraschend ist hierbei, wie bequem es sich mit dem Type R reisen lässt. Nur zur Erinnerung: Mit einer Rundenzeit von 7:43 Minuten stieß der Civic den deutlich extremeren VW Golf GTI Clubsport S vom Nordschleifen-Thron. Und trotzdem können im Honda vier Personen sehr komfortabel im hohen Autobahn-Tempo von A nach B kommen. Dieser Spagat ist vielleicht sogar die größte Stärke des Type R. Neben dem breiten Grinsen, das einem Kurven, Kreisverkehre und Autobahnabfahrten ins Gesicht zaubern, versteht sich. Dabei spielt übrigens auch das im Vergleich zur Konkurrenz von Ford (Focus RS) oder Hyundai niedrige Gewicht (1.380 Kilogramm) eine nicht ganz unwichtige Rolle. Von der Diät profitieren letztendlich auch die Festsattel-Bremsen aus dem Hause Brembo, die mit festem Pedalgefühl und starker Verzögerung auch nach mehrmaliger harter Nutzung punkten.

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Doch das Lob beschränkt sich nicht nur auf die rein mechanischen und im Falle der Lenkung elektrischen Komponenten, auch der Innenraum des Type R sticht positiv hervor. Die knallroten Schalensitze mögen farblich nicht jedermanns Geschmack sein, sie sind aber – wie die Schaltung – absolut auf Sportwagen-Niveau. Gegenüber dem Vorgänger wurde der für die Sitzposition wichtige Hüftpunkt um fünf Zentimeter abgesenkt – perfekt. Die engen Schalen bieten jede Menge Seitenhalt und bringen die Verbindung zwischen Fahrer, Lenkrad, Pedalerie sowie dem bereits angesprochenen Schalthebel in harmonischen Fahrspaß-Einklang.

In einer Liga mit GT86, M2 und GT3

Das Besondere an dem Ganzen? Mit dem Type R muss man nicht ständig nach dem Motto „mit einem Bein im Gefängnis“ fahren, der Honda macht selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten Freude, weil einfach alles so toll zusammen passt. Eine Faszination, die nur ganz wenige Autos ausüben, die meist außerdem viel teurer sind als der Honda, für den mindestens 36.050 Euro fällig werden. Damit spielt der Type R vom Faszinations-Grad her in einer Liga mit dem hervorragenden Toyota GT86, dem erfrischend-oldschoolen BMW M2 oder dem genialen Porsche GT3.

Ach ja, zu einem vollständigen Test gehören natürlich auch ein paar Worte zum Thema Spritverbrauch. Diesen gibt Honda mit 7,7 Liter auf 100 Kilometer an. Unrealistisch niedrig? Keineswegs. Schafft man es, nicht zu oft dem Fahrspaß-Potenzial zu verfallen, ist ein Mittelwert von 8,5 Liter ohne Probleme zu meistern. An einem Wochenende mit Landstraßen-Ausfahrten werden es aber auch gerne mal 1,5 Liter mehr. Nur ist der Tank mit 45 Liter leider chronisch unterdimensioniert.

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