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Gefahren: Toyota Camry – Rückkehr mit neuen Werten

| Autor: Julia Mauritz

Sie ist wieder zurück: Die weltweit meist verkaufte Mittelklasselimousine wagt einen Neuanfang in Deutschland. Im Visier hat Toyota mit dem 39.990 Euro teuren Hybrid vor allem eine Zielgruppe.

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Der Verkauf des Toyota Camry startet am 26. April.
Der Verkauf des Toyota Camry startet am 26. April.
(Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

Von solchen Verkaufszahlen können die meisten Automobilhersteller nur träumen: Über 19 Millionen Camry hat Toyota seit der Einführung der Mittelklasselimousine im Jahr 1983 weltweit verkauft. Europa hat dazu allerdings nicht wesentlich beigetragen: Schon im Jahr 2004 hatte der Hersteller angesichts der mauen Nachfrage den Vertrieb seines Brot-und-Butter-Autos in dieser Region eingestellt. Mit der Einführung der achten Generation sehen die Japaner nun dank der hohen Hybridnachfrage auch in Deutschland wieder Platz für den Camry – wenn auch in einer kleinen Nische.

Ende April startet der Verkauf der knapp 4,90 Meter langen Hybridlimousine, die jetzt etwas höher als der Vorgänger zwischen der Mittelklasse und der oberen Mittelklasse angesiedelt ist. Bezüglich der Verkaufserwartungen setzt Toyota Deutschland die Latte dabei nach eigener Aussage „realistisch“ niedrig an: Im ersten vollen Verkaufsjahr 2020 stehen lediglich 1.000 Einheiten auf dem Plan, wobei der Kölner Importeur von der ersten Kundenresonanz bereits positiv überrascht worden ist: Von den 500 Camry, die 2019 für Deutschland vorgesehen waren, sind 400 bereits verkauft.

Toyota Camry – Rückkehr mit neuen Werten
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Mario Köhler, General Manager des Toyota-Geschäftskundenservices, geht davon aus, dass 80 Prozent der Camry-Verkäufe auf das Konto von Gewerbekunden gehen werden – vor allem bei Taxiunternehmern, die sich selbst ans Steuer setzen, bei Shuttleservices und dienstwagenberechtigten Mitarbeitern soll die Limousine punkten. Die große Werbetrommel für das neue Modell wird angesichts der spitzen Zielgruppe hierzulande gar nicht erst gerührt: Stattdessen setzt Toyota auf eine gezielte Ansprache, beispielsweise über die Präsenz auf Taximessen. „Wir wollen der neue Stern am Taxihimmel sein“, unterstreicht Köhler. Konzentrieren will sich Toyota bei diesem ehrgeizigen Bestreben auf die fünf deutschen Metropolstädte Köln, Hamburg, Düsseldorf, München und natürlich Berlin, wo schon heute jedes vierte Taxi von Toyota stammt. Bundesweit soll der Camry dazu beitragen, den Marktanteil im Taxigeschäft von zehn auf 15 Prozent zu steigern.

Als schlagende Verkaufsargumente für die neue Stufenhecklimousine, die preislich bei 39.900 Euro startet, nennt Toyota gleich mehrere: allen voran das im Vergleich zu den Vorgängergenerationen deutlich emotionalere Design und die hohe Wirtschaftlichkeit. Bei einer Laufleistung von 100.000 Kilometern stellt Mario Köhler den Taxiunternehmern im Vergleich zu einem Modell im gleichen Fahrzeugsegment mit einem Verbrenner bei den Betriebsgesamtkosten eine Ersparnis von 10.500 Euro pro Jahr in Aussicht. Die monatliche Finanzierungsrate startet für das Taximodell bei 399 Euro. Man wolle nicht der billigste Anbieter sein, aber den Kunden das attraktivste Angebot machen.

Niedriger Fahrzeugschwerpunkt

Wie bereits die beiden anderen 2019 neu eingeführten Modelle Corolla und RAV4 profitiert auch der Camry davon, dass er auf der neuen TNGA-Plattform vom Band rollt: Sie ermöglicht den Designern und Entwicklern deutlich mehr gestalterischen Freiraum. Im Vergleich zu den Vorgängergenerationen wirkt die Linienführung des neuen Camry eleganter und harmonischer. Zugleich ist der Fahrzeugschwerpunkt deutlich gesunken: Die Frontpassagiere sitzen 40 Millimeter, die Fondpassagiere 25 Millimeter niedriger. Das kommt gemeinsam mit einem neuen Fahrwerk, einer neuen Karosseriestruktur sowie neuen Motor- und Radaufhängungen auch der Fahrdynamik zugute.

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 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Redakteurin