Getrag: Das Energiespar-Getriebe
Kupplung einrücken, Gänge wechseln – für diese Funktionen brauchen Automatikgetriebe bis zu 500 Watt Leistung. Getrag konnte den Bedarf seiner Doppelkupplungsgetriebe nun auf rund 30 Watt senken.

Einer der wichtigsten Vorteile von Doppelkupplungsgetrieben gegenüber der klassischen Wandlerbauart ist der geringe Leistungsbedarf für die interne Funktion. Bis zu 500 Watt Antriebsleistung verlangt die Pumpe eines Automatikgetriebes, um die Gänge wechseln und die Kraftübertragung sicherstellen zu können. Das wirkt sich negativ auf den Wirkungsgrad und damit auf den Kraftstoffverbrauch des Autos aus.
Doppelkupplungsgetriebe brauchen hingegen nur dann eine Hilfskraft, wenn ein Gangwechsel ansteht. Schon die erste Generation der Getrag-DKG kam deshalb mit nur 250 Watt aus. Ein großer Schritt vorwärts war der Bautyp 6 DCT 250: Weil er auf hydraulische Steuerorgane komplett verzichtete, benötigte er nur unter 40 Watt (gemessen im NEFZ). Das Getriebe mit trockener Doppelkupplung, das beispielsweise bei Renault verbaut wird, erledigt den Gangwechsel und die Betätigung der Kupplung komplett durch elektrische Aktoren.
Elektrohydraulische Betätigung braucht kaum Leistung
Doch ist diese sogenannte „Smart Actuation“ auch für Doppelkupplungsgetriebe mit nasser Kupplung anwendbar? Getrag setzt bei seinen neuen Produkten 6 DCT 150 und 7 DCT 300 wieder auf in Öl laufende Kupplungen, weil sie thermisch höher belastbar sind, deutlich kleiner gebaut werden können und eine geringere Massenträgheit aufweisen.
Die Getrag-Ingenieure lösten die Aufgabe mit einer elektrohydraulischen Betätigung, die praktisch verlustfrei arbeitet. Die sogenannte Pumpenaktuatorik ist für die Kupplungsvorgänge und die Kupplungskühlung zuständig. Den Gangwechsel steuern elektrisch angetriebene Schaltwalzen. Das Ergebnis: Beim 7 DCT 300 liegt der gesamte Leistungsbedarf bei 31 Watt im NEFZ und wirkt sich somit kaum noch auf den Kraftstoffverbrauch aus.
Die elektrohydraulische Smart Actuation kommt erstmals beim 7 DCT 300 zum Einsatz, das Anfang 2015 im mittleren Fahrzeugsegment in Serie geht. Neben der On-Demand-Betätigung bietet es sieben Gänge und eine Spreizung von bis zu 8,6.
Verbrauchsvorteil bis zu zehn Prozent möglich
Mit diesem neuen Produkt sieht sich das Unternehmen im Konkurrenzkampf mit Aisin und ZF (Wandlerautomatik) sowie Jatco (CVT) gut gerüstet: Im Vergleich zu einem Wandlerautomaten modernster Bauart erreicht bereits das bekannte 6 DCT 250 einen Verbrauchsvorteil von etwa sechs Prozent, beim neuen 7 DCT 300 beträgt der Vorteil acht bis neun Prozent (Unternehmensangaben).
Das 6 DCT 150, welches vor allem für Kleinwagen konzipiert ist und 2016 in Produktion geht, wird in seinem Segment meist gegen konstruktiv ältere CVT und Automatikgetriebe mit vier bis sechs Gängen antreten. In diesem Wettbewerbsumfeld sind Verbrauchsvorteile von über zehn Prozent möglich, meldet Getrag.
(ID:43062005)