GTÜ erhöht Marktanteil auf 14,1 Prozent

Redakteur: Markus Lauer

Die Sachverständigenorganisation ist im ersten Halbjahr um 5,1 Prozent gewachsen. Sie verbucht damit den stärksten Zuwachs aller Prüforganisationen ersten Halbjahr 2011.

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GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi.
GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi.
( Foto: Lauer )

Auf der IAA hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) einen Überblick über ihre Geschäftsentwicklung gegeben. Mit einem Wachstum um 5,1 Prozentpunkte erzielte die Sachverständigenorganisation im ersten Halbjahr 2011 nach eigenen Angaben den stärksten Zuwachs aller Prüforganisationen. Damit konnte die GTÜ als einzige der drei großen Überwachungsorganisationen ihren Marktanteil erhöhen.

Der GTÜ-Marktanteil der Hauptuntersuchungen (HU) liegt aktuell bei 14,1 Prozent. „Mit diesem überdurchschnittlichen Wachstum haben wir unseren Vorsprung als Deutschlands größte amtlich anerkannte Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger weiter ausgebaut“, bilanziert GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi die positive Entwicklung.

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In den ersten sechs Monaten nahmen die GTÜ-Prüfingenieure zwei Millionen Fahrzeuge bei der HU unter die Lupe. Auch für das zweite Halbjahr 2011 rechnet die GTÜ mit einem weiteren Marktanteilswachstum und geht von einer Gesamtprüfzahl von rund 3,7 Millionen HU-Fahrzeugen bis zum Jahresende aus.

Darüber hinaus gelang der GTÜ der erfolgreiche Markteintritt als Technischer Dienst. Die Stuttgarter konnten dafür namhafte Kunden wie BMW, Daimler, Iveco, KTM und VW gewinnen. Für diese Fahrzeughersteller führt die GTÜ Einzel- und Typgenehmigungen mit europaweiter Gültigkeit sowie Neufahrzeugbegutachtungen durch.

Deutsche Pkw auf den Spitzenplätzen

Rainer de Biasi präsentierte auf der IAA den Gebrauchtwagen-Report 2012. „Mit 240 Modellen ist er der größte Ratgeber für Gebrauchte auf dem deutschen Markt“, so de Biasi. Der Report zeigt, dass mehr deutsche Pkw der Mittel- und Oberklasse als je zuvor die Spitzenplätze belegen. Beim Kauf eines Gebrauchten sind sie die erste Wahl. Dank deutlicher Verbesserungen in Sachen Qualität können die deutschen Modelle im Ranking weiter punkten. Audi, BMW, Opel, Porsche und VW liegen an der Spitze. Der Opel Insignia als Newcomer unter den Gebrauchten ist mit Bestwerten klarer Sieger in der Mittelklasse. Lediglich bei den Kleinwagen dominieren noch die Asiaten.

Über sieben Millionen Pkw mit defekten Bremsen

Rainer Süßbier stellte den anwesenden Journalisten den aktuellen GTÜ-Mängelreport vor. Die GTÜ kann leider keine Entwarnung geben – im Gegenteil: „Immer mehr Autos sind auf deutschen Straßen mit gravierenden Mängeln unterwegs“, so Süßbier. Die Zahl der von der GTÜ bei der Pkw-Hauptuntersuchung festgestellten sicherheitsrelevanten Mängel hat ein neues Rekordniveau erreicht.

Knapp 20 Prozent der von den Prüfingenieuren untersuchten Pkw erhalten wegen erheblicher Mängel bis hin zur Verkehrsunsicherheit keine Plakette. Von den 42,3 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw sind 7,4 Millionen mit Mängeln an der Bremsanlage und 10,3 Millionen mit Mängeln an der Beleuchtung und Elektrik unterwegs.

„Insgesamt wird der technische Zustand der Mehrzahl der Fahrzeuge immer schlechter. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn die dringend reparaturbedürftigen Pkw erhöhen das Unfallrisiko auf unseren Straßen erheblich“, warnt Süßbier. Bei den im Rahmen der HU geprüften zwei Millionen Pkw stellten die Prüfingenieure an 52 Prozent der Autos Mängel fest. Nur 48 Prozent der Fahrzeuge waren komplett mängelfrei. Vor allem die älteren Fahrzeuge zeigten neben Elektrikmängeln vor allem Probleme an Bremsen, Achsen, Rädern und Reifen.

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