Suchen

Gütegemeinschaften Autoberufe feiern Jubiläum

Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

Vor 20 Jahren wurde die erste Gütegemeinschaft für qualifizierte Weiterbildung im Kfz-Gewerbe gegründet. Über 80.000 Mitarbeiter haben sich seitdem zertifizieren lassen. Dies feierten die Gütegemeinschaften mit einem Festakt auf der IAA.

Firmen zum Thema

Die drei Verbandspräsidenten (v. li.) Jürgen Karpinski (ZDK), Matthias Wissmann (VDA) und Reinhard Zirpel (VDIK) gratulierten den Gütegemeinschaften zu ihrer erfolgreichen Arbeit.
Die drei Verbandspräsidenten (v. li.) Jürgen Karpinski (ZDK), Matthias Wissmann (VDA) und Reinhard Zirpel (VDIK) gratulierten den Gütegemeinschaften zu ihrer erfolgreichen Arbeit.
(Bild: Schmidt/»kfz-betrieb«)

Nicht einen, sondern über 80.000 Gründe zu feiern haben die Gütegemeinschaften im Kfz-Gewerbe. So viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kundenkontakt haben sich in den letzten 20 Jahren nach den Kriterien der Gütegemeinschaften zu geprüften Automobilverkäufern, Automobil-Serviceberatern, Automobil-Teile- und Zubehörverkäufern sowie Serviceassistenten qualifizieren und zertifizieren lassen. Aus diesem Anlass fand am 19. September im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA ein Festakt statt.

Neben Vertretern des Kfz-Gewerbes und der insgesamt 36 beteiligten Hersteller und Importeure waren auch die Präsidenten der automobilen Spitzenverbände VDA (Verband der Automobilindustrie), VDIK (Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller) und ZDK (Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewebes) zu der Feierstunde nach Frankfurt gekommen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

VDA-Präsident Matthias Wissmann betonte in seinem Grußwort, angesichts der großen aktuellen Herausforderungen von Digitalisierung und alternativen Antrieben sei die Weiterbildung der Beschäftigten wichtiger denn je. Sein VDIK-Kollege Reinhard Zirpel ergänzte, dies gelte besonders für die Mitarbeiter im Kundekontakt. Schließlich kämen die Kunden heute so gut informiert wie nie zuvor in die Autohäuser und Werkstätten. ZDK-Präsident Jürgen Karpinski wies darauf hin, dass heute und in Zukunft lebenslanges Lernen gefragt sei. Und da sei es wichtig, dass die Mitarbeiter auf gemeinsame Standards zurückgreifen können, wie sie die Gütegemeinschaften markenübergreifend vermitteln.

Die gute Zusammenarbeit, für die alle Beteiligten die Markenbrille abnehmen, stellt auch nach den Worten ihrer Geschäftsführer die große Stärke der Gütegemeinschaften dar. „Unser gemeinsames Ziel ist die hohe Qualität der Weiterbildung“, erklärte beispielsweise Peter Schieder (Mitsubishi). Um dieses Ziel zu erreichen, gebe es auch in Zukunft noch eine Menge zu tun, sagte Birgit Behrens (ZDK).

Eine Herausforderung bestehe darin, dass die Aufgaben in den Betrieben immer komplexer würden, führte Heiko Schmidt (Audi) aus. Damit würden sich auch die Berufsbilder weiter diversifizieren. Auf der anderen Seite, so Frank Wielpütz (Toyota), würden sich die Unterschiede in der Ausbildung von Mitarbeitern in Verkauf und Service langsam auflösen, da alle Dienst am Kunden leisteten. Uwe Behrens (VW) betonte schließlich, dass der Erfolg einer jeden Qualifizierungsmaßnahme entscheidend davon abhänge, dass sowohl die Teilnehmer persönlich als auch ihre Betriebe davon profitierten.

Das war auch bei den erfolgreiche Absolventen einer zertifizierten Weiterbildung im Kfz-Gewerbe der Fall, die im Rahmen der Feier symbolisch ausgezeichnet wurden. Stellvertretend für Tausende Kollegen erhielten 20 Vertreter aus verschiedenen Berufen und Marken ihre Urkunden.

Wie tickt die Generation Y?

Weiterbildung ist ein generationenübergreifendes Thema. Die Mehrzahl der angehenden Verkäufer und Servicefachkräfte gehört heute allerdings der sogenannten „Generation Y“ an. Was diese zwischen 1980 und 1995 geborenen Menschen ausmacht, erläuterte Dr. Steffi Burkhart – selbst Mitglied dieser Generation – in einem Keynote-Vortrag. Die Generation Y, so Burkhart, seien die ersten echten „Digital Natives“, die sich ein Leben ohne Smartphone und WLAN nicht mehr vorstellen können.

Die äußeren Umstände der Globalisierung und Digitalisierung hätten dazu geführt, dass die heute 20- bis 35-Jährigen andere Ansprüche stellten als vorherige Generationen, und zwar sowohl als Kunden als auch als Arbeitnehmer. Sie brächten Experimentierfreude und Begeisterung für neue Technologien mit in die Betriebe. Doch die könnten schnell erlöschen, wenn ihnen dabei traditionelle Strukturen im Weg stünden. Die Folge wäre dann die innere oder sogar die tatsächliche Kündigung.

Die jungen Erwachsenen lernen heute situativ, individuell und mit digitaler Unterstützung. Sie haben ein anderes Karriereverständnis als ihre Vorgänger, der kontinuierliche Aufstieg in einem Unternehmen gilt nicht mehr als höchstes Ziel. Stattdessen sind wechselnde Arbeitgeber, unterbrochen von Phasen der Selbstständigkeit sowie Auszeiten, der Regelfall.

(ID:44899099)