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Mercedes-Benz-Kollege Knut Brinkmann ist mit dem dritten Quartal nur „mittelmäßig zufrieden“. Juli und August waren in Sachen Neuwagenverkauf ausgesprochen ruhig, erst im September belebte sich das Verkaufsgeschäft bei stabilen Rabatten wieder spürbar. Anders sieht es bei den gebrauchten Pkw aus. Mit deren Absatz und Erträgen ist der Geschäftsführer des Autohaus Brinkmann-Bleimann in Güstrow „gut zufrieden“. Und auch die Auslastung in der Pkw- und Lkw-Werkstatt ist nach wie vor hoch.
Apropos Lkw: Fast uneingeschränkte Freude empfindet Brinkmann beim Blick auf das Nutzfahrzeuggeschäft: „Der Transporterverkauf läuft dank hervorragender Produkte und angemessener Preise in einem freundlichen Marktumfeld sehr gut. Wir steuern auf ein Rekordjahr zu und verkaufen dieses Jahr voraussichtlich erstmals ebenso viele Transporter wie Pkw. Auch unser bewährter Lkw Actros ist nach wie vor technisch absolut wettbewerbsfähig – die Preispolitik von Daimler jedoch nicht.“
Lieferzeitenproblematik
Für Markus Bichowski haben sich die Erwartungen im Neuwagenvertrieb nicht erfüllt. „Nach einem ordentlichen ersten Halbjahr gingen die Verkaufszahlen im dritten Quartal spürbar zurück“, so der Geschäftsführer vom Osnabrücker Autohaus Walkenhorst. In Sachen Rabatte gäbe es sehr unterschiedliche Tendenzen, die vor allem durch die Verfügbarkeit der Produkte zustände kämen. „Grundsätzlich sind diese aber nicht in allen Baureihen so stabil geblieben, wie wir uns das gewünscht haben. So führen bei BMW aktuell die Modellausläufe im 1er- und 3er-Bereich zu günstigen Preisen für die Kunden“, erklärt Bichowski.
Dagegen war 2011 bis jetzt ein starkes Gebrauchtwagenjahr für den Internet-Sales-Award-Gewinner 2011. „Sowohl bezüglich der Verkaufszahlen als bezüglich des Ertrags sind wir mit diesem Geschäftsbereich sehr zufrieden. Wenn etwas zu bemängeln ist, dann die hohe Anzahl von Verkäufen an Wiedervermarkter, die jedoch ab einer gewissen Größenordnung schon aus logistischen Gründen nicht zu vermeiden sind“, erklärt Bichowski. Unterm Strich geht er allerdings davon aus, „dass zum Jahresende eher sinkende Gebrauchtwagen-Deckungsbeiträge auf uns zukommen werden“.
Das wird im Servicegeschäft sicher nicht passieren. Dieses ist bei Walkenhorst eine stabile Größe geblieben und hat sich sogar leicht verbessert. Über das kommende Winterreifengeschäft sagt der Geschäftsführer: „Wir haben uns bereits im Frühjahr ausreichend mit Winterrädern bevorratet. Bis jetzt haben wir keine Schwierigkeiten.“
BMW-Händlerkollege Hans-Ulrich Overdreef bilanziert das Verkaufsgeschäft des dritten Quartals kurz und knapp: „Der Neuwagenverkauf ist zufriedenstellend und befindet sich auf dem Niveau des zweiten Quartals, die Neuwagennachlässe haben sich etwas nach unten entwickelt. Das Gebrauchtwagengeschäft ist im dritten Quartal um zirka 20 Prozent zurückgegangen. Insgesamt sind wir mit dem Absatz und Erträgen aber noch zufrieden. Das vierte Quartal wird entscheiden, ob das so bleibt.“
Über den Service sagt der Geschäftsführer des BMW-Autohaus Overdreef in Duisburg: „Das Servicegeschäft ist trotz eines spürbaren Sommerlochs auf einem sehr guten Niveau.“ Und zum kommenden Winterreifengeschäft meint er: „Das Lieferproblem des letzten Jahres ist ausgeblieben. Wir haben uns gut bevorratet, aber der Preisanstieg der Räder und Reifen ist enorm.“
Service-Sommerloch
Burkhard Weller, Chef der Wellergruppe, bezeichnet das dritte Quartal in Sachen Neuwagenabsatz als „deutlich kühler als die ersten beiden“. Dennoch läge seine Autohausgruppe „auf der Zielgeraden, aber mit deutlich mehr Einsatz“. Nicht mehr auf Höchsttemperatur befände sich auch das Gebrauchwagengeschäft. Dennoch würde er die Ziele bei Stückzahl und Ertrag erreichen.
Im Vergleich zu früher sei im Service das Sommerloch laut Weller größer geworden, meint Weller. „Auslöser dafür ist die Reifenhysterie im Frühjahr und im Herbst. Der Autofahrer kommt ungern dreimal im Jahr zu uns und darum verlagern sich die Servicearbeiten auf die Kernmonate, März/April und Oktober/November“, erklärt Weller. Zum kommenden Winterreifengeschäft sagt er schmunzelnd: „Ich denke, wer ein ordentlicher Kaufmann ist, deckt sich nicht erst bei Bedarf ein. Wir jedenfalls sind gut bevorratet.“
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