Hans-Ulrich Overdreef vom gleichnamigen BMW-Autohaus in Duisburg spricht von einem deutlich schlechteren Neuwagengeschäftsverlauf im Vergleich zum Vorjahr bei gleichzeitigem Rückgang der Erträge. „Zudem ist der Neuwagenauftragseingang sowohl bei gewerblichen als auch bei privaten Kunden sehr zäh“, sagt der Geschäftsführer. Bedingt durch die geringe Nachfrage seien auch die Rabatte gestiegen. Mit dem Gebrauchtwagengeschäft ist der Autohauschef sehr zufrieden. „Umsatz und Erträge bleiben auf gutem Niveau.“ Ebenfalls sehr gut verlief das Servicegeschäft im ersten Halbjahr in Duisburg.
Nach der Zukunft gefragt, äußert sich Overdreef hoffnungsvoll: „Wir gehen davon aus, dass das Neuwagengeschäft anziehen wird und Gebrauchtwagen und Service auf dem aktuell guten Niveau bleiben werden.“
„Mit dem Neuwagenauftragseingang im ersten Halbjahr sind wir zufrieden. Wir liegen sieben Prozent über Vorjahr. Zudem sind die Erträge pro Einheit im Vergleich zum Vorjahr konstant“, freut sich Stefan Zschernitz vom Autohaus Zschernitz in Karlsruhe. Die Steigerung ist in allen Kundengruppen zu verzeichnen. „Der Auftragseingang bei den Privatkunden stieg um acht Prozent, bei den Gewerbekunden um fünf Prozent“. Unterschiedlich haben sich hingegen die Rabatte entwickelt. Sie sind bei den Privatkunden leicht gestiegen und im gewerblichen Bereich konstant geblieben. Weniger erfreulich verlief in Karlsruhe das Gebrauchtwagengeschäft. Die Erträge waren rückläufig und der Auftragseingang ging um 20 Prozent zurück.
Beim Blick in die Zukunft hat Zschernitz vor allem einen Wunsch: „Wir hoffen, dass sich der Mutterkonzern GM ganz klar zu Opel bekennt und künftig keinerlei Gründe mehr für Spekulationen liefert. Opel muss die Chance gegeben werden, wieder Autos zu bauen und zu verkaufen. Nebenkriegsschauplätze, wie es sie in den letzten Jahren zu oft gab, sind unbedingt zu vermeiden, sonst wird die Marke weiter abrutschen.“
Stefan Quary, Chef der Dürkop-Gruppe, bläst in Sachen Opel in ein ähnliches Horn: „Wir erreichen beim Auftragseingang das Vorjahresergebnis. Die Performance der Marken ist allerdings sehr unterschiedlich. Mit Kia und Ford sind wir sehr zufrieden – hier steigen die Verkaufszahlen deutlich. Opel wird dagegen durch die andauernden Unternehmensnachrichten deutlich belastet.“
Auf die Frage, wie sich die Neuwagenrabatte derzeit entwickeln, sagt Quary: „Im Schnitt müssen wir ein bis zwei Prozent mehr Nachlass geben. Auch wenn diese Durchschnittsbetrachtung auf den ersten Blick keinen erheblichen Wert darstellt, ist dies im Deckungsbeitrag III bereits deutlich zu spüren. Darüber hinaus sind die Marketingaufwendungen deutlich gestiegen.“
Und über das Gebrauchtwagengeschäft im ersten Halbjahr 2012 sagt der Dürkop-Geschäftsführer: „Wir haben fünf Prozent weniger verkauft als im Vorjahr, allerdings war das Vorjahr unser bisheriges Rekordjahr. Die Beschaffung von Autos ist für unseren Einkauf deutlich schwieriger geworden. Somit sind die Margen nur mit einem Top-Kostenmanagement auf dem sehr guten Vorjahresniveau zu halten.“
Das Servicegeschäft musste bisher auch Abstriche machen. „Wir konnten zwar mit einem besseren zweiten Quartal das schwache erste Quartal ein wenig kompensieren, liegen aber insgesamt hinter unseren Erwartungen zurück. Daher haben wir unsere Rückholmaßnahmen für Kunden mit Fahrzeugen der Altersklasse 2 und 3 noch einmal deutlich verstärkt.“
Bei der Gottfried-Schulz-Gruppe ist man zwar mit dem Absatz weitestgehend zufrieden, die Ertragssituation empfindet Nicolas J. Dunning, Geschäftführer der Gottfried Schulz GmbH in Düsseldorf, aber zunehmend als schwierig. Die Rabatterwartungen im Privatsektor blieben hoch, die Neuwagenverkäufe an privat seien seit zwei Monaten stark rückläufig. Das Geschäft mit den gewerblichen Kunden verlaufe dagegen auf konstant mittlerem Niveau.
Stand: 08.12.2025
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Den Gebrauchtwagenabsatz sieht der Geschäftsmann ebenfalls kritisch: Nach einem sehr schlechten Start 2012 habe sich das Gebrauchtwagengeschäft zwar etwas stabilisiert, zugleich seien die Erträge aufgrund der geringen Frequenz rückläufig. Die mangelnde Nachfrage im Service komme erschwerend hinzu. Dem zweiten Halbjahr sieht Dunning daher mit gemischten Gefühlen entgegen, allgemein erwarte er eher eine Verschärfung der Probleme