TÜV Rheinland Hageltests für Pkw- und Caravanmaterialien

Autor: Dr. Holger Schweitzer

Mit künstlichem Hagel Oberflächen im Labor beschießen: In einem Simulationslabor des TÜV Rheinland prüfen Experten, wie robust Materialien gegen die einschlagenden Eisklumpen sind.

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Delle oder Loch? Mit dem Hagelschussapparat des TÜV Rheinland können Hersteller testen lassen, wie robust ihre Produkte gegen Hagel sind.
Delle oder Loch? Mit dem Hagelschussapparat des TÜV Rheinland können Hersteller testen lassen, wie robust ihre Produkte gegen Hagel sind.
(Bild: TÜV Rheinland)

Dellen, Verbiegungen und Durchlöcherungen: Hagelkörner können an Gebäuden, Autos und Wohnmobilen immense Schäden anrichten, für die die Versicherer aufkommen müssen. Um zu prüfen, wie widerstandsfähig Materialien gegen die Eisklumpen sind, können Hersteller beispielsweise Autoschiebedächer, Solarmodule und Oberflächenmaterialien aus dem Caravanbau mit dem Hagelschussapparat des TÜV Rheinland testen lassen.

Wie die Sachverständigenorganisation informiert, können Hagelschäden insbesondere bei Gebäuden teure Folgen nach sich ziehen, wie etwa Wasserschäden. Deshalb müssen Hausbauer in der Schweiz und Österreich bereits für alle Materialien, die der Witterung ausgesetzt sind, eine Hagelprüfung vorweisen. Ein Test, den das Kölner Unternehmen in seinem Umweltsimulationslabor anbietet.

Vorschriften in Deutschland fehlen

Auch wenn laut TÜV Rheinland entsprechende Vorschriften in Deutschland noch fehlen, würden seit einigen Jahren Hersteller vermehrt testen, wie widerstandsfähig ihre Produkte gegen Hagel sind. Eine Ausnahme bilden Solarmodule: Hier schreibt die Bauart-Prüfnorm eine Hagelprüfung vor.

Der Sachverständigenorganisation zufolge unterziehen jedoch auch ohne Vorschriften Hersteller beispielsweise von Autoschiebedächern, Lichtkuppeln oder Materialien für den Caravanbau ihre Produkte dem Hageltest. Dazu Jörg Althaus, Segment Manager beim TÜV Rheinland: „Unabhängig von Regularien ist es für Hersteller ein sehr gutes Verkaufsargument, wenn ihre Produkte auch heftige Hagelunwetter schadlos überstehen können.“

Tests per Schussapparat

Um den Einschlag von Hagelkörnern verschiedener Größen und Geschwindigkeiten zu simulieren, setzt man beim TÜV Rheinland auf einen Hagelschussapparat. Nach Unternehmensangaben lassen sich damit Korndurchmesser von bis zu fünf Zentimetern und eine Aufprallgeschwindigkeit von über 100 km/h nachstellen. Die Widerstandsfähigkeit wird auf einer Skala von eins bis fünf gemessen.

Wie das Unternehmen erklärt, orientiert sich das Testverfahren an den Schweizer Prüfverfahren der Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen (VKG). Die Organisation nutzt dort die Widerstandsklassen, um Versicherungsprämien zu bestimmen.

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Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG