Suchen

Hagenlocher: Bye-bye Hersteller!

| Autor: Steffen Dominsky

Fast vier Jahrzehnte waren die Hagenlochers Vertragspartner einer Stuttgarter Automarke. Dann hatte Klaus Hagenlocher genug und hängte den Stern an den Nagel. Seitdem ist er entspannter „Freier“ und tut ganz oft das, was er will: an klassischen Automobilen arbeiten.

Firmen zum Thema

Ein Fingerzeig für alle, die guten Service suchen, egal ob Sie einen Oldtimer oder irgendeinen anderen Pkw fahren: in jedem Fall Hagenlocher.
Ein Fingerzeig für alle, die guten Service suchen, egal ob Sie einen Oldtimer oder irgendeinen anderen Pkw fahren: in jedem Fall Hagenlocher.
(Bild: Dominsky/»kfz-betrieb«)

Unterm Wohnzimmer die Werkstatt: Die berufliche Karriere von Klaus Hagenlocher war vorgezeichnet. Der Großvater Schmied und Autoschlosser, der Vater Autoschlosser. Da verwundert es einen nicht, dass auch Klaus eine Lehre als Kfz-Mechaniker absolvierte und sich als Kfz-Meister qualifizierte. Vor allem aber war es ebenso klar, dass der jüngste Spross der Hagenlochers den elterlichen Betrieb samt Händlervertrag übernehmen sollte, was er auch tat. Doch die in der heutigen Zeit nicht selten unpartnerschaftliche Einstellung vieler Fahrzeughersteller gegenüber kleineren Partnern war der Schwabe in seinem Fall irgendwann leid – er kündigte seinen Handelsvertrag.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Heute ist der Kfz-Unternehmer mit seinem kleinen, aber feinen Team glücklicher „Freier“. Zum einen fungiert er nun, was naheliegend ist, als Mercedes-Benz-Spezialist. Zum anderen betreibt er eine klassische Multimarkenwerkstatt für jeden Kunden und jedes Fahrzeug im Pkw- und Trapo-Bereich. Vor allem aber ist Klaus Hagenlocher ein überaus fundierter Ansprechpartner für historische Automobile. Und hier bei Leibe nicht nur für solche mit einem Stern auf der Haube oder dem Kühlergrill. Nicht nur Besitzer eines Youngtimers oder jungen Oldtimers können sich an ihn wenden; selbst rare Vorkriegsfahrzeuge sind in der Hagenlocher'schen Werkstatt jederzeit willkommen.

Heute sei er im Service mindestens 25 Prozent günstiger als früher, betont der Betriebsinhaber. Ersatzteile könne er nun zu „normalen“ Tarifen in Rechnung stellen und sei nicht gezwungen, Kunden die „Fantasiepreise“ eines Herstellers abzuknöpfen. Seine Betriebs-EDV könne er sich selbst am Markt heraussuchen und sei nicht auf Gedeih und Verderb bestimmten IT-Dinosauriern ausgeliefert. Als Vertragspartner sei er nicht Partner, sondern Erfüllungsgehilfe gewesen, sagt Klaus Hagenlocher und blickt voller Zuversicht nach vorne – als freier Kfz-Unternehmer.

Was das Autohaus Hagenlocher sonst noch als „nicht ganz typischen“ freien Betrieb ausmacht, das erfahren Sie am 18. Oktober. Denn am Vorabend der Fachtagung Freie Werkstätten und Servicebetriebe findet im Würzburger Vogel Convention Center die Preisverleihung des Deutschen Werkstattpreises statt. Hier hat sich Hagenlocher als einer der Top-Ten-Platzierten qualifiziert. Übrigens ist die Teilnahme an der Preisverleihung für die Besucher der Fachtagung kostenlos.

(ID:46060037)

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group