Hardenberg-Gruppe übernimmt badische Porsche-Zentren
Der Mehrmarkenhändler erweitert seine Porsche-Aktivitäten deutlich. Hardenberg verantwortet künftig die Verkäufe in Freiburg und Lörrach. Die verkaufende Unternehmerfamilie war vor zwei Jahren in einen größeren Insolvenzfall verwickelt.

Die Graf-Hardenberg-Gruppe baut ihre Porsche-Aktivitäten in Baden mit der Übernahme von zwei Autohäusern gezielt aus. Laut einer Pressemitteilung vom Freitag gehen mit Wirkung zum 1. Juli die Porsche-Zentren in Freiburg und Lörrach an den Mehrmarkenhändler über. Zum Kaufpreis machte die Gruppe, die im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Neu- und Gebrauchtwagen verkaufte, keine Angaben.
„Wir können mit der Übernahme unser Marktgebiet gut ausbauen“, sagte Christina Hoeder, Pressechefin der Gruppe. Bislang ist Hardenberg mit Porsche in Karlsruhe, Offenburg sowie in Hilzingen am Westufer des Bodensees aktiv. Ein weiterer Standort entsteht momentan auf einem 7.000 Quadratmeter großen Grundstück in Landau (Südpfalz). Eingekeilt zwischen diesen Porsche-Standorten in Nord- und Südbaden liegen die beiden nun zugekauften Häuser.
Übernommen hat Hardenberg die Betriebe von der Familie Szanto, die seit vielen Jahrzehnten in der Region im Autohandel tätig war. Dabei verbleiben den Angaben zufolge die Grundstücke im deren Besitz und werden Hardenberg über einen langfristigen Mietvertrag überlassen. Die Gruppe übernimmt auch die jeweils 32 Mitarbeiter an den beiden Porsche-Standorten.
Beide Häuser sind den Angaben zufolge in einem zeitgemäßen Zustand und erfüllen die Standards der Premiummarke, sodass in nächster Zeit keine Umbaumaßnahmen vorgesehen sind. In Lörrach übernimmt Wolfgang Hahn die Leitung, die er zusätzlich zu seinen Aufgaben im Porsche-Zentrum Karlsruhe ausübt. Der Betrieb wurde im Jahr 2006 errichtet und 2013 erweitert und umgebaut. Für das laufende Jahr steht dort ein Neuwagenabsatz von 120 Einheiten in der Planung.
Das Freiburger Haus wurde 2015 neu errichtet und soll in diesem Jahr 165 Neuwagen absetzen. Die Grundstücksfläche beträgt 8.000 Quadratmeter, bis zu 23 Fahrzeuge werden dort auf einer Ausstellungsfläche von 1.100 Quadratmetern präsentiert. Geschäftsführer des Porsche-Zentrums Freiburg bleibt wie bisher Peter Kraft.
Der Neubau des Porsche-Zentrums Freiburg hatte vor zwei Jahren regional für Aufregung gesorgt, da die Eigentümer-Familie Szanto damals zugleich mit weiteren Autohandelsfirmen, der Baden-Auto und der Kannenberg Automobile, in der Insolvenz steckte. Wirtschaftlich waren die insolventen Betriebe (VW, Skoda, Suzuki) und die Porsche-Zentren allerdings nicht verbunden, weshalb der Ausbau des Porsche-Zentrums Freiburg von den Turbulenzen nicht betroffen war. Baden-Auto wurde schließlich im Herbst 2015 vom Audi- und VW-Händler BHG (mit Sitz in Horb am Neckar) übernommen.
Die Graf-Hardenberg-Gruppe handelt bislang an gut 30 Standorten mit sechs Marken (VW, Audi, Porsche, Skoda, Seat, Ford). Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Gruppe mit gut 1.200 Mitarbeitern einen Umsatz von gut 600 Millionen Euro. Der Autohändler ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Erst vor wenigen Tagen hatte er den Ford-Händler Ritter in Karlsruhe übernommen.
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