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Hella Gutmann: CSC-Tool – jetzt auch für Lidar

Autor: Steffen Dominsky

Das Pionierwerkzeug in Sachen Kamerakalibrierung wächst und gedeiht. So ist die Zahl der herstellerspezifischen Kalibriertafeln bei dem bekannten System in diesem Jahr auf 20 angewachsen. Damit deckt es mittlerweile 25 Marken ab.

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Das CSC-Tool von Hella Gutmann eignet sich nun auch zur Kalibrierung von Lidar-Systemen.
Das CSC-Tool von Hella Gutmann eignet sich nun auch zur Kalibrierung von Lidar-Systemen.
(Bild: HGS)

Sechs Jahre ist es her, da stellte Hella Gutmann Solutions (HGS) sein CSC-Tool vor (Camera and Sensor Calibration Tool). Damit war das Ihringer Unternehmen Pionier im Segment der Kalibiersysteme für Fahrerassistenzsysteme (FAS) auf Basis universeller, austauschbarer Tafeln. Mittlerweile hat das Konzept zahlreiche Nachahmer gefunden. Doch der Erfinder hat sich nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht, im Gegenteil. Er hat das CSC-Tool kontinuierlich weiterentwickelt. So erfüllt es laut HGS in der aktuellen Ausbaustufe zusammen mit den Diagnosegeräten der Mega-Macs-Reihe in puncto Genauigkeit die Forderungen der Autohersteller beziehungsweise übertrifft diese.

Laufend passt das Unternehmen neue Kalibrierfunktionen an und ergänzt neue Tafeln. 2019 ist die Zahl der herstellerspezifischen Kalibriertafeln für Frontkameras auf 20 angewachsen. Somit können Werkstätten in Sachen Kalibrierung 25 Fahrzeugmarken abdecken. Erstmals ermöglicht jetzt eine über die gesamte Fahrzeugbreite reichende Bildtafel auch die Kalibrierung neuer Laserscanner (Lidar) an Audi-Modellen. Die optischen Sensoren bieten einen deutlich größeren Messbereich und eine größere Genauigkeit als Radarsensoren und könnten schon bald in vielen Fahrzeugen zum Einsatz kommen, so HGS.

Neuer Systemhalter erhältlich

Doch nicht nur die Sensoren, sondern auch deren Positionen am Fahrzeug unterscheiden sich mittlerweile von denen der ersten Generationen. So wandern die Radarsensoren in SUVs und Pick-ups immer höher. Durch eine Hardware-Erweiterung können Nutzer das CSC-Tool flexibel an diese neuen Bedingungen anpassen. Dazu müssen sie den neuen Systemhalter „Radar Kit I EVO“ erwerben. Dieser bildet die technische Basis für das stufenlose vertikale Verschieben der ebenfalls neuen Winkelverstellplatte „EVO“. Letztere wird markenübergreifend für Kalibrierungen der Frontradarsysteme benötigt. Durch die Neuerungen können Nutzer das CSC-Tool für Radarkalibrierungen nun in fast jeder beliebigen Höhe positionieren. Auch die Handhabung soll laut HGS schneller funktionieren.

Neben der genauen Ausrichtung der Kalibriertafeln bzw. des Radarreflektors gehört auch die möglichst ebene Aufstellfläche des Fahrzeugs zu den Voraussetzungen für korrekte FAS-Kalibrierungen. Analog zu den Regeln für Scheinwerfereinstellungen multiplizieren sich andernfalls Abweichungen der Erfassungsbereiche, und Toleranzen werden überschritten bzw. nur grenzwertig eingehalten. Diese mögliche Fehlerquelle lässt sich z. B. durch auf dem Werkstattboden montierte Nivellierplatten ausschließen, die HGS ebenfalls anbietet. Für Werkstätten, die mit dem transportablen CSC-Tool Mobile arbeiten, bietet Hella Gutmann mit dem mehrteiligen, mobilen Nivellierplattensystem die passende Ergänzung.

Beide Mobile-Systeme sind für den Transport und Aufbau durch einen Mann konzipiert. Sie sind deutlich leichter als die stationäre Werkstattausrüstung, bieten jedoch die gleiche hohe Genauigkeit. Das mobile Nivellierplattensystem ist für eine maximale Radlast von 1.250 Kilogramm ausgelegt und kann in rund zehn Minuten über spezielle Nivelliersegmente frei auf markierten Gummimatten positioniert werden.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group