Mercedes-Benz Hersteller verdient dank höherer Preise deutlich mehr

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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AMG, S-Klasse, Maybach – Mercedes-Chef Ola Källenius richtet das Unternehmen stärker auf Luxus aus. Das macht sich beim Gewinn bemerkbar. Für das neue Jahr zeigt sich der Konzern allerdings vorsichtig.

Mercedes-Benz richtet sich auf die Luxusklasse aus. Im Bild: ein AMG 63 GT S E-Performance.(Bild:  Autoren-Union Mobilität/Matthias Knödler)
Mercedes-Benz richtet sich auf die Luxusklasse aus. Im Bild: ein AMG 63 GT S E-Performance.
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Matthias Knödler)

Der Stuttgarter Autobauer geht nach einem zuletzt starken Lauf betont vorsichtig in das neue Jahr. So stellte Konzernchef Ola Källenius auf weniger Gewinn in den wichtigsten Bereichen ein, obwohl Absatz und Umsatz ähnlich hoch ausfallen sollen wie im Vorjahr.

Den Aktionären hatte Mercedes am Vorabend bereits einen milliardenschweren Aktienrückkauf angekündigt, und mit der regulären Dividende ging das Unternehmen auch etwas über die Erwartungen von Experten hinaus. Die Aktie zog trotz einer etwas schwächeren Entwicklung der Autosparte im vierten Quartal nach Handelsbeginn deutlich an.

Aktie steigt auf 74 Euro

Das Papier legte um rund zwei Prozent auf 74 Euro zu. Von den Tiefs im Sommer vergangenen Jahres hat sich der Kurs bereits deutlich absetzen können, damals war die Aktie nur noch etwas mehr als 50 Euro wert gewesen.

JP-Morgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einer starken Preissetzungsmacht, die den Ausblick für das neue Jahr stütze. Philippe Houchois von der US-Investmentbank Jefferies bezeichnete die Dividende im Zusammenspiel mit dem Aktienrückkauf wegen der mauen wirtschaftlichen Aussichten als stark.

Weniger rentabel

Das Management um Källenius stellt die Aktionäre nach dem fulminanten Lauf im vergangenen Jahr allerdings auf weniger Gewinn ein. Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern in der Autosparte dürfte zwischen 12 und 14 Prozent liegen und damit gegenüber dem Vorjahreswert von 14,6 Prozent zurückgehen, teilte der Dax-Konzern am Freitag in Stuttgart mit.

Zwar rechnet das Unternehmen mit einer leicht positiven Entwicklung der Nettopreise, das Gebrauchtwagengeschäft wird hingegen unter dem Vorjahr erwartet. Die Prognosen insgesamt seien mit einer außergewöhnlichen Unsicherheit behaftet, hieß es vom Unternehmen. Analysten rechnen für das laufende Jahr im Autogeschäft mit einer operativen Marge im oberen Bereich der Prognosespanne.

Höhere Kosten für Kreditausfälle

Der Umsatz des Konzerns soll nach dem Plan des Managements auf Vorjahresniveau liegen. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern werde aber wohl leicht sinken – das bedeutet im Prognosejargon des Unternehmens einen Rückgang zwischen 5 und 15 Prozent. Das hatten Analysten im Schnitt auch so auf dem Zettel. Neben weniger Schub von Gebrauchtwagenpreisen dürften auch höhere Kosten für Kreditausfälle den Gewinn schmälern.

„Auch wenn wir makroökonomische und geopolitische Ereignisse nicht kontrollieren können, ist das Geschäftsjahr 2022 ein Beleg dafür, dass die strategische Ausrichtung stimmt“, sagte Källenius. Im vergangenen Jahr hat der Autobauer dank des guten Laufs bei teuren Autos und dank Preiserhöhungen deutlich mehr Gewinn gemacht. Das Konzernergebnis lag bei 14,8 Milliarden Euro. Das war ein Drittel mehr als im Vorjahr, wenn nur die fortgeführten Geschäfte betrachtet werden. Ein milliardenschwerer Sonderertrag wegen der Abspaltung des Lkw-Geschäfts von Daimler Truck hatte den Konzerngewinn 2021 unter dem Strich auf über 23 Milliarden Euro hochgetrieben.

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