Hybrid-E-Tankstellen: Mehrere hundert Kilometer Reichweite in 15 Minuten

Keine externe Stromversorgung durch Energieversorger notwendig

| Autor: sp-x

Ein Hyb-Energy-Modul soll bei einem täglichen Betrieb von 16 Stunden im Monat rund 6.700 Fahrzeuge betanken können.
Ein Hyb-Energy-Modul soll bei einem täglichen Betrieb von 16 Stunden im Monat rund 6.700 Fahrzeuge betanken können. (Bild: Hyb-Energy)

Das in Norddeutschland ansässige Unternehmen Hyb-Energy hat ein Konzept für netzunabhängige Schnell-Ladetankstellen vorgestellt. Im Kern handelt es sich um hybridisch betriebene Module mit großen Batteriespeichern, die unter anderem mit Hilfe von Gas- oder Dieselmotoren Energie zur Betankung von E-Fahrzeugen zur Verfügung stellen können.

Grundsätzlich sind die E-Tankstellen als Überbrückungstechnologie gedacht. Wenn ab kommendem Jahr die Zahl der E-Fahrzeuge in Deutschland stark steigt, könnte die Infrastruktur den wachsenden Bedarf an Schnellladepunkten möglicherweise nicht decken.

Die Batterie eines Moduls mit drei Ladeanschlüssen soll bis zu 500 Kilowattstunden speichern können. Pro Ladepunkt lässt sich ein Fahrzeug mit einer Ladeleistung von bis zu 80 kW betanken. Ein E-Auto könnte also innerhalb einer Viertelstunde Strom für einige hundert Kilometer nachtanken.

Die Batterie eines Moduls von Hyb-Energy mit drei Ladeanschlüssen soll bis zu 500 Kilowattstunden speichern können.
Die Batterie eines Moduls von Hyb-Energy mit drei Ladeanschlüssen soll bis zu 500 Kilowattstunden speichern können. (Bild: Hyb-Energy)

Laut Hersteller soll ein Modul bei einem täglichen Betrieb von 16 Stunden im Monat gut 6.700 Fahrzeuge betanken können. Die Lärmbelastung durch den Verbrennergenerator soll mit 50 bis 55 dB moderat ausfallen.

Hyb-Energy will zudem sogenannte Lounge-Module anbieten, in denen der Kunde die Ladezeit überbrücken und sich aus Snack-Automaten bedienen kann. Ein Betrieb der grundsätzlich in Größe und Kapazität skalierbaren Anlage ist ohne Personal möglich. Kunden können einfach per Kreditkarte oder App zahlen, der Betreiber kann die Anlage per Telemetrie überwachen.

Installation ohne kostenintensive Genehmigungsverfahren

Zusätzlich zur netzunabhängigen Stromerzeugung mit Verbrennergeneratoren könnten die Module Strom von Solarpanels und Windkraftanlagen beziehen. Dank des hohen Gewichts der Module eignen sie sich zugleich als Fundament für vertikale Windkraftanlagen. Darüber hinaus können die Schnelllade-Tankstellen auch Strom aus dem Netz beziehen, sofern diese an eine 16- oder 32-Ampere-Leitung angeschlossen werden.

Fast-Charge-Module können kurzfristig Schnellladepunkte an Orten zur Verfügung zu stellen, an denen sich keine Infrastruktur in Form von Stromleitungen für den Betrieb einer Anlage findet. Zudem ließen sich die Fast-Charge-Module ohne langwierige Genehmigungsverfahren an Bundesstraßen- und Autobahnparkplätze, Raststätten, Tankstellen und Einkaufszentren aufstellen. Hyb-Energy plant laut einer Pressemitteilung außerdem Module für Nutzfahrzeuge, Busse und Baumaschinen.

Am Standort zwischen Aurich und Emden soll der Produktionsstart der Ladeeinheiten in 2020 beginnen. Hyb-Energy geht davon aus, dass für Produktion, Service und Wartung in Deutschland und Europa mittelfristig viele hundert neue Arbeitsplätze entstehen können.

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