Volkswagenkonzern Porsche trennt sich von Bugatti- und Rimac-Anteilen

Von dpa/sp-x 2 min Lesedauer

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Der Sportwagenhersteller Porsche steigt aus dem Joint Venture Bugatti Rimac aus und veräußert seine Beteiligungen an ein Investorenkonsortium.

Ende der Hypercar-Dreifaltigkeit unter dem Dach des Volkswagenkonzerns: Rimac Nevera (vorne), Bugatti Chiron (Mitte) und Porsche Panamera.(Bild:  Porsche)
Ende der Hypercar-Dreifaltigkeit unter dem Dach des Volkswagenkonzerns: Rimac Nevera (vorne), Bugatti Chiron (Mitte) und Porsche Panamera.
(Bild: Porsche)

Die Porsche AG steigt aus dem Hypercar-Joint-Venture Bugatti Rimac aus. Wie der Sportwagenbauer mitteilte, werden die Anteile sowohl an dem Gemeinschaftsunternehmen als auch an der Rimac Group an ein von HOF Capital geführtes Investorenkonsortium veräußert. Der Abschluss der Transaktion wird im Laufe des Jahres 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen regulatorischen Freigaben.  Zum Kaufpreis äußerten sich Porsche, Rimac und die Käufer-Gruppe nicht.

Der Anteil von 45 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac geht den Angaben zufolge an ein Konsortium unter Führung des Finanzinvestors HOF Capital, wie die Beteiligten mitteilten. Die Freigabe der Behörden steht noch aus. Die Zuffenhausener treten in diesem Zuge auch die Beteiligung an der Rimac Group ab. Zuletzt hielt Porsche noch einen Anteil von 20,6 Prozent an dem kroatischen Elektro-Sportwagenspezialisten. Zu dem Konsortium, das auch diese Beteiligung übernehmen soll, gehören Blue Five Capital aus Abu Dhabi als größter Geldgeber sowie institutionelle Investoren aus den USA und der EU.

Porsche hatte das Joint Venture 2021 gemeinsam mit Rimac gegründet und zuletzt 45 Prozent an Bugatti Rimac sowie 20,6 Prozent an der Rimac Group gehalten. Das Engagement diente vor allem dem strategischen Ziel, Zugang zu Hochleistungs-Elektrotechnik für elektrisch angetriebene Hypercars zu erlangen, da Rimac in diesem Bereich als einer der technologischen Vorreiter gilt. Zugleich sollte die Traditionsmarke Bugatti in ein eigenständiges, stärker auf Elektrifizierung ausgerichtetes Umfeld außerhalb des Volkswagen-Konzerns überführt werden. Künftig will die Rimac Group die Kontrolle über Bugatti Rimac übernehmen.

Bugatti fällt aus dem Volkswagenkonzern

Mit dem Verkauf steigt der Volkswagenkonzern vollständig bei Bugatti aus. Volkswagen hatte die Rechte an der prestigeträchtigen französischen Luxusmarke 1998 übernommen und sie wiederbelebt. Im Jahr 2021 gab der Konzern die Mehrheit an das Joint Venture ab. An Rimac war die VW-Tochter Porsche seit 2018 beteiligt.

Der neue Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März eine umfassende Neuaufstellung des kriselnden Sport- und Geländewagenbauers angekündigt. Der Manager teilte nun mit: „Mit dem Verkauf unseres Anteils zeigen wir, dass wir Porsche auf das Kerngeschäft konzentrieren werden.“ Mit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens habe man erfolgreich den Grundstein für Bugattis Zukunft gelegt, wird Leiters in einer Mitteilung zitiert. Außerdem habe Porsche als Frühphaseninvestor einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung von Rimac zu einem etablierten Autobauer geleistet.

Porsche befindet sich schon länger in unruhigem Fahrwasser. Die Geschäfte in China stockten, die US-Zollpolitik kostete viel Geld, und die Elektro-Modelle von Porsche fanden weniger Anklang als erwartet. Um das Ruder herumzureißen, entwickelt der Sportwagenbauer nun wieder Verbrenner. Allein dafür fielen Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro an. 2025 war der Konzernüberschuss um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro abgesackt. 2024 waren es noch fast 3,6 Milliarden. Der Umsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro.

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