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IAA 2019 schließt mit 30 Prozent weniger Besuchern

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Dass die IAA diese Jahr kein Besucher-Magnet werden würde, war schon lange klar. Deutlich mehr als eine halbe Million Gäste hatte der VDA prognostiziert. Das Ziel ist zwar erreicht, der Besucherschwund trotzdem enorm. Nun gilt es, die Transformation zur Mobilitätsmesse voranzutreiben.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Nach Zählung aller verkauften Eintrittstickets ist klar, was sich lange angedeutet hatte: Die Automesse IAA in Frankfurt ist am Sonntag mit einem dicken Besucherminus von 30 Prozent zu Ende gegangen. Der veranstaltende Verband der Automobilindustrie (VDA) zählte nach eigenen Angaben gut 560.000 Besucher. Bei der letzten Auflage der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) vor zwei Jahren waren es 810.000 Besucher, die IAA Pkw 2015 hatte sogar noch 932 000 Menschen in die Frankfurter Messehallen gelockt.

Den diesjährigen Einbruch führte VDA-Präsident Bernhard Mattes unter anderem darauf zurück, dass wichtige Hersteller aus Japan, den USA, Frankreich und Italien der Branchenschau ferngeblieben waren. Die Zahl der Aussteller schrumpfte von fast 1000 auf 838. Bereits 2017 hatten einige Hersteller auf eine Messepräsenz verzichtet.

Bei der diesjährigen IAA sei das Freigelände sehr gut angenommen worden, heißt es vom VDA. Besonders begehrt seien der Offroad Parcours, Test Drive und E-Move-Track gewesen. „Über 30.000 Besucher nutzten während der IAA diese Erlebnisformate“, hat der Veranstalter gezählt. Und wenn schon nicht die Zahl der Besucher in Frankfurt stimmte, sieht der VDA die Messe zumindest im Internet gut rezipiert: „Keine andere Mobilitätsmesse hat eine höhere digitale Reichweite: Mit über einer halben Milliarde ist sie die mit Abstand wichtigste Mobilitätsplattform.“ Gemeint sind wohl Aufrufe der IAA-Webseite.

Vor und während der Messe setzte aber auch die Debatte über den Klimaschutz die Branche zusätzlich unter Druck. Am ersten Messewochenende hatten Umweltschützer und Klimaaktivisten stundenlang den Haupteingang zum Messegelände blockiert. Auch das sieht der VDA positiv. Man habe den Dialog mit Kritikern in verschiedenster Form gestartet und die IAA zu dem internationalen Diskussionsforum für die Mobilität der Zukunft entwickelt. Entsprechend transformiere sich die IAA von einer reinen Automobilmesse hin zu einer umfassenden Mobilitätsplattform.

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Nach Presse- und Fachbesuchertagen hatte sich ab dem 14. September das breite Publikum ein Bild von den Neuheiten rund um die Mobilität machen können. Neben E-Autos waren auch verschiedene E-Bikes zu sehen, Mobilitätsanbieter wie Vive la Car präsentierten ihre Konzepte. Ob die IAA in zwei Jahren wieder in Frankfurt ausgerichtet werden wird, bleibt dennoch derzeit ungewiss. Diskutiert wird ein neues Messekonzept mit wechselnden Veranstaltungsorten. VDA-Präsident Mattes strebt bis Ende dieses Jahres eine Standortentscheidung an.

Klar ist bereits: Für den früheren Ford-Deutschland-Chef Mattes war die IAA 2019 seine erste und zugleich seine letzte als VDA-Präsident. Mattes hatte am Tag der Messeeröffnung seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Wer den einflussreichen Lobbyverband künftig führen wird, ist bislang offen.

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