IAA: Changan läuft sich für den Weltmarkt warm

Chinesischer Hersteller präsentiert neues SUV

| Autor: Andreas Grimm

Auf der IAA 2013 in Frankfurt hat Changan als Weltpremiere den CS 75 vorgestellt.
Auf der IAA 2013 in Frankfurt hat Changan als Weltpremiere den CS 75 vorgestellt. (Foto: Grimm)

Der Exot auf der diesjährigen IAA in Frankfurt ist der chinesische Hersteller Changan. Der Autobauer in Händen des chinesischen Staates hat sich mit der Vorstellung des CS 75, einem SUV, in das Premieren-Konzert eingereiht und dabei gut geschlagen. Das Auto macht anders als manche bisher gezeigten Produkte aus dem Riesenreich einen soliden Eindruck, technisch ist das Fahrzeug allerdings in Europa nicht konkurrenzfähig.

„Changan drives the World“ lautet der selbstbewusste Markenclaim des Autobauers, der laut dem China-Analysten Jochen Siebert mit zwei Millionen jährlich produzierten Einheiten der derzeit viertgrößte Hersteller des Landes ist. Wohin die Reise gehen soll, verdeutlicht Changan-Manager Zhu Huarong auf der Messe: Im Jahr 2020 soll die Jahresproduktion fünf Millionen Einheiten erreicht haben.

Dazu hat Changan diverse Modelle im Angebot, die jedoch nicht alle für den Weltmarkt bestimmt bzw. geeignet sind. In Frankfurt zeigt der Hersteller dagegen Pkw, die nicht unbedingt mit einem ausgefallenen Design punkten, als Gebrauchsfahrzeuge optisch aber durchaus mithalten können: die Limousine Raeton, der Eado in der Golfklasse, der Crossover-SUV CS 95 und eben als Premiere der CS 75. Zugleich präsentiert sich Changan als Autobauer, der auch Zukunftsthemen wie den Hybridantrieb in Form des Eado Hybrid auf dem Schirm hat.

Trotz des Auftritts auf der IAA ist aber der deutsche wie der westeuropäische Markt für die Chinesen derzeit kein Thema. Das lässt sich allein schon an den offiziellen Verbrauchswerten des Premierenfahrzeugs festmachen: 11,7 Liter innerorts und 7,1 Liter bei Überlandfahrten sind nicht mehr zeitgemäß. Den CO2-Ausstoß des CS 75 gibt der Hersteller mit 209 g/km an, dabei heißt die Antriebstechnik bereits „Blue Core“, deren Name sicher nicht ganz zufällig an die spritsparende Blue-Motion-Technologie des Volkswagen-Konzerns erinnert.

Auch das Leergewicht von 1.665 Kilogramm zeugt nicht unbedingt von Leichtbau-Kompetenz. Die weiteren Eckdaten des CS 75: Er ist 4.648 mm lang, 1.849 mm breit und 1.694 mm hoch bei einem Radstand von 2.700 mm. Der 1,8 Liter-Benziner leistet 163 PS/120 kW, das maximale Drehmoment von 220 Nm liegt zwischen 1.700 und 5.000 Umdrehungen an.

Trotz der technischen Baustellen wurde in Frankfurt deutlich, dass die Expansion ein Unternehmensziel ist. Nicht umsonst unterhält Changan Zweigstellen für Forschung, Entwicklung und Design in London und Rom sowie in den USA und Südamerika. Designchef ist mit Andreas Zapatinas ein Europäer, der unter anderem schon für Alfa Romeo und Subaru arbeitete. Fünfzehn Produktionsstandorte unterhält das Unternehmen derzeit in China. Weitere Werke folgen in Russland, Brasilien und im Iran.

Daran lässt sich zugleich die Expansionsroute ablesen. Die Hauptstoßrichtung zielt auf die Bric-Staaten (Russland, Brasilien, Indien), auf der Agenda stehen zudem Iran und Algerien, Chile und Peru sowie die Ukraine. Der Rest Europas wird dem Vernehmen nach erst dann interessant, wenn die Produkte auf diesen Märkten ohne technische Probleme oder peinliche Rückrufe gut eingeführt werden können. Und natürlich, wenn die Verbrauchswerte stimmen.

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