Neuzulassungen Importmarken mit den stärksten Zuwächsen im November

Autor: Christoph Seyerlein

Der deutsche Pkw-Markt ist im November erneut geschrumpft. Einige Marken ließen sich davon aber nicht beeindrucken und legten starke Zahlen vor. Vor allem bei den Importeuren gab es Gewinner – aber auch die größten Verlierer.

Firma zum Thema

Tesla hatte im November die stärksten Zuwächse in Deutschland.
Tesla hatte im November die stärksten Zuwächse in Deutschland.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Pkw-Markt ist im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,0 Prozent geschrumpft. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Donnerstag mitteilte, wurden im zurückliegenden Monat 290.150 Neuwagen neu zugelassen. Im Gesamtjahr beträgt das Minus nach elf Monaten mit 2.606.284 Pkw nun 21,6 Prozent. Positiv entwickelte sich im November das Privatkundengeschäft (+22,8 %), während die gewerblichen Zulassungen um 14,7 Prozent zurückgingen.

Zu den größten Gewinnern unter den Marken mit mindestens 0,5 Prozent Marktanteil im Gesamtjahr zählten im vergangenen Monat ausschließlich Importmarken: Vorneweg marschierte Tesla mit einem Plus von rund 500 Prozent. Die Kalifornier steigerten ihre Neuzulassungen von 280 Einheiten im Vorjahresmonat auf nun 1.680. Ebenfalls besonders hohe Zuwachsraten verzeichneten Fiat (+42,7 %) und Toyota (+33,1 %). Von den deutschen Marken legte Opel (+17,1 %) zu.

Allerdings kamen mit Mitsubishi (-27 %) und Seat (-21,6 %) auch die größten Verlierer aus dem Importeurs-Umfeld. Einen schwachen Monat legte auch VW hin. Die Wolfsburger erzielten mit 17,6 Prozent zwar wie gewohnt den höchsten Marktanteil, ihr Volumen brach im Vergleich zum November 2019 aber um 18,4 Prozent ein.

E-Autos kratzen an 10 Prozent

Weiter ungebrochen ist der Boom bei elektrifizierten Neuwagen. Mit 28.965 reinen E-Autos (+522,8 %) kamen mehr reine Stromer auf die Straße als je zuvor in einem Monat in Deutschland. Ihr Marktanteil an allen Neuzulassungen kratzte damit erstmals an der 10-Prozent-Marke. Mit 30.621 Einheiten (+383,4 %) wurden zudem ähnliche viele Plug-in-Hybride neu zugelassen. Gemeinsam erreichten Fahrzeuge, die per Stecker aufgeladen werden können, damit einen Marktanteil von 20,5 Prozent im November.

Den größten Anteil bildeten wiederum Benziner mit 40,4 Prozent. Ihr Volumen ging allerdings im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund ein Drittel zurück. Diesel verloren ein Viertel und kamen auf 24,3 Prozent Marktanteil. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß sank um 18,8 Prozent auf 126,2 Gramm pro Kilometer.

Peter Fuß, Autoexperte bei der Unternehmensberatung EY, führt die aktuellen Probleme im Flottengeschäft vor allem auf den Lockdown light und die gestiegenen Corona-Infektionszahlen zurück. Das verunsichere Firmen. Privatkunden profitierten dagegen von den hohen Subventionen für E-Autos und der Mehrwertsteuersenkung. Da letztere nur noch im Dezember greift, sei es gut vorstellbar, dass Privatkunden den Autokauf zum Ende des Jahres vorziehen, glaubt Fuß.

ZDK appelliert nochmals an Zulassungsstellen

Im Hinblick auf den bevorstehenden Jahresendspurt bei den Fahrzeugzulassungen appellierte der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) an die Kommunen, die Kfz-Zulassungsstellen wegen der zu erwartenden hohen Nachfrage im Dezember möglichst lange geöffnet zu lassen. Zum Ende des Jahres seien Last-Minute-Käufe von Lagerfahrzeugen wegen der auslaufenden Mehrwertsteuersenkung zu erwarten.

Zudem müssten Handel und Käufer die Chance haben, noch jene Neufahrzeuge zuzulassen, die noch kurz vor dem Jahreswechsel vom Hersteller ins Autohaus angeliefert werden. Bei den Kunden werde wenig Verständnis herrschen, wenn sie auf den reduzierten Mehrwertsteuersatz verzichten müssen, weil Fahrzeuge nicht mehr bis zum 31.12.2020 zugelassen werden können, schätzt der Verband.

(ID:47023298)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«