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In Ostdeutschland werden Oldtimer immer beliebter

| Autor: Steffen Dominsky

Eine aktuelle Statistik zeigt: Zumindest in Sachen automobilhistorisches Kulturgut holt der Osten massiv auf. Die Zahl der H-Zulassungen ist sprunghaft gewachsen. Dennoch gibt es zum Teil gravierende Unterschiede zum Westen.

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In Ostdeutschland wächst die Zahl der Oldtimer mit H-Kennzeichen überproportional.
In Ostdeutschland wächst die Zahl der Oldtimer mit H-Kennzeichen überproportional.
(Bild: picture alliance/imageBROKER)

Die Anzahl von Pkws mit H-Kennzeichen ist in den neuen Bundesländern überproportional angestiegen. Dies ergab eine Auswertung der Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) durch den Verband der Automobilindustrie (VDA). Zum 1.1.2018 waren in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern 71.462 Pkws mit H-Kennzeichen registriert. Das bedeutet ein Plus von 32,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die gesamte Bundesrepublik lag der Zuwachs im selben Zeitraum bei „nur“ 10,8 Prozent. Nach wie vor haben aber die bevölkerungsreichen Länder wie Nordrhein-Westfalen mit 107.876 Pkw-Oldtimern, Bayern (88.324) und Baden-Württemberg (76.351) die meisten Oldies auf den Straßen.

Die wenigsten historischen Fahrzeuge finden sich naturgemäß im kleinen Bremen (2.883). Jedoch weist der benachbarte Stadtstaat Hamburg die meisten Oldtimer im Verhältnis zum gesamten Pkw-Bestand auf (1,4 Prozent). In diesem Vergleich wird deutlich, dass trotz guter Steigerungsraten gerade in den Ländern Ostdeutschlands noch Potenzial für eine weiter wachsende Oldtimerpopulation vorhanden ist. So beträgt der Anteil aller Pkws mit H-Kennzeichen in Mecklenburg-Vorpommern lediglich 0,5 Prozent, in Sachsen-Anhalt 0,6 Prozent. Allerdings finden sich hier auch die geringsten Anteile an Fahrzeugen älter als 30 Jahre.

Was bei dieser Statistik jedoch beachten ist: Sie berücksichtigt eben nur Fahrzeuge mit H-Kennzeichen. Doch für Besitzer hubraumschwächerer Fahrzeuge lohnt sich dieser Status oftmals nicht – im Gegenteil. Dank der pauschalen Kfz-Besteuerung von 191 Euro pro Jahr nutzen viele Oldtimerbesitzer lieber eine normale Zulassung und fahren so günstiger. Gerade der Trabant, von dem es bekanntlich vor allem im Osten viele gibt, ist hier ein schönes Beispiel: Von den mehr als 20.000 zugelassenen Trabis tragen nur gut 2.800 ein H-Kennzeichen.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group