BRV-Mitgliederversammlung 2025 „In volatilen Zeiten schlägt die Stunde des Mittelstands“

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

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Stephan Helm, Vorsitzender des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk, sieht seine Branche auf Kurs. Mit zuletzt guten Zahlen machte er den Betrieben Mut für die Zukunft. Den konnten die Zuhörer bei einem anderen Referenten aber wieder verlieren.

BRV-Vorsitzender Stephan Helm (am Pult) und der Vorstand des Verbands bei der Mitgliederversammlung am 24. Juni 2025 in Würzburg.(Bild:  Rosenow – VCG)
BRV-Vorsitzender Stephan Helm (am Pult) und der Vorstand des Verbands bei der Mitgliederversammlung am 24. Juni 2025 in Würzburg.
(Bild: Rosenow – VCG)

Mit Markus Gürne, dem Leiter der ARD-Finanzredaktion und ehemaligen Auslandskorrespondenten, hatte der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) einen prominenten Gastredner zu seiner Mitgliederversammlung am 24. Juni in Würzburg eingeladen. Der Journalist und bekannte Fernsehmann („Wirtschaft vor acht“ auf ARD) lenkte den Blick auf das wirtschaftliche und politische Umfeld, in dem Unternehmen derzeit agieren.

Seine aktuelle Bestandsaufnahme mit dem Untertitel ‚In welcher Welt leben wir‘ war gut geeignet, beim Publikum Zweifel zu säen, ob Deutschland im Wettstreit der Großmächte noch mithalten kann. „Wir leben im asiatischen Zeitalter“, sagte Gürne. „China und Indien machen zusammen 25 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung aus.“ Angesichts der wachsenden wirtschafts- und geopolitischen Spannungen sei es höchste Zeit, zielgerichtet zu handeln: Europa müsse zusammenstehen, sagte Gürne – insgesamt betrachtet sei der Kontinent wirtschaftlich so stark wie die USA und stärker als China.

Der BRV-Vorsitzende Stephan Helm blickte in seinem Vortrag auf das Geschäftsjahr 2024 zurück, in dem „endlich einmal wieder über 40 Millionen Pkw-Reifen“ verkauft wurden. Für das Jahr 2025 rechnet er zwar mit einer Stagnation, aber „damit wäre ich dieses Jahr sehr zufrieden“. Gleichzeitig könne sich der Reifenfachhandel über steigende Umsätze und Roherträge freuen – der Branche geht es also gut. Und davon ist Stephan Helm auch für die Zukunft überzeugt: „In volatilen Zeiten schlägt die Stunde des Mittelstands“, betonte er.

Technik-Geschäftsführer Michael Schwämmlein ging in seinem Vortrag unter anderem auf die derzeit in der juristischen Prüfung befindliche StVZO-Novelle ein. Diese bringt für die Reifenbranche (wahrscheinlich – der genaue Text ist noch nicht bekannt) Neuerungen mit sich. So könnten künftig beispielsweise nur noch Reifen des gleichen Typs auf einer Achse erlaubt sein – und nicht mehr beispielsweise ein Sommerreifen links und ein Winterreifen rechts. Auch könnte die Altersbeschränkung für Anhängerreifen entfallen, die derzeit bei auf 100 km/h zugelassenen Anhängern gilt. Und nicht zuletzt erhofft sich Schwämmlein eine Lösung für das Problem, das speziell für Old- und Youngtimer konstruierte Winterreifen, die kein Schneeflockensymbol haben, derzeit nicht mit einem vom Fahrzeug abweichenden Speed Index genutzt werden können.

Keine Entwarnung bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Ute Pesch vom Zentralverband des Deutschen Handwerks erläuterte, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur ein Thema für unmittelbar davon betroffene Großbetriebe sind. Denn berichtspflichtige Unternehmen in der Lieferkette oder auch andere Interessenten, wie etwa Banken und Versicherungen, können im Zuge ihrer eigenen Berichterstattung auch von kleineren und mittleren Unternehmen (kurz KMU oder – englisch –SME), mit denen sie in Geschäftsbeziehungen stehen, einen Nachweis über deren Nachhaltigkeitsaktivitäten verlangen.

Dabei können KMU vom sogenannten Voluntary Sustainability Reporting Standard für SMEs (VSME) profitieren: Dieser freiwillige Berichtsstandard für nicht-berichtspflichtige Unternehmen, den die ZDH-Referentin in ihrem Vortrag vorstellte, soll den Aufwand für KMU begrenzen. Der Handwerks-Dachverband arbeitet zudem an einem Online-Tool namens „Zukunfts-Kompass Handwerk“, das Branchenbetrieben die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts auf Basis dieses Standards vereinfacht.

Auf Herausforderungen, die sich für Werkstattunternehmen aus neueren Entwicklungen in der Automobiltechnologie ergeben, gingen Helge Kiebach und Michael Dittmar in ihren Vorträgen zu Fahrerassistenzsystemen und zur Elektromobilität ein. Und nicht zuletzt bot die Mitgliederversammlung mit ihren rund 170 Teilnehmern auch wieder die große Bühne für die Verleihung der BRV-Ausbildungs-Awards. Mit Platz 1, 2 und 3 im diesjährigen Branchen-Nachwuchswettbewerb wurden die Kauffrau für Büromanagement Cindy Wladimir, die Mechanikerin für Reifen- und Fahrwerktechnik Sarah Pahl und der Kfz-Mechatroniker Johannes Müller ausgezeichnet.

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