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Interesse-Verlust trifft Oldtimer weniger als Neuwagen

| Autor: Steffen Dominsky

Das Classic Business boomt nach wie vor in Verkauf und Service. Doch auf die Branche kommen Herausforderungen zu, die es künftig zu beachten gilt – so das Ergebnis einer aktuellen IfD-Allensbach-Studie.

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Oldtimer sind in der Bevölkerung beliebt. 15 Millionen Menschen interessieren sich laut einer Studie dafür.
Oldtimer sind in der Bevölkerung beliebt. 15 Millionen Menschen interessieren sich laut einer Studie dafür.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Klassische Autos und Motorräder begeistern ein Millionenpublikum. Entsprechend boomt das Geschäft rund um klassische Autos und Motorräder, beschäftigt viele tausend Menschen und ist ein Milliardenmarkt mit Wachstumspotenzial. Zwar scheint die Zahl der Oldtimer-Interessierten in der Bevölkerung nicht mehr zu wachsen, doch die Branche rund ums Hobby ist weiter gewachsen und professioneller geworden.

„Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass die Oldtimer-Branche vor größeren Herausforderungen steht“, lautet das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der „Untersuchung zum Besitz und Umgang mit klassischen Autos und Motorrädern, zu Informationsinteressen und zur Mediennutzung“, die das Institut IfD-Allensbach alle zwei Jahre im Auftrag der VF Verlagsgesellschaft mbH und des Verbands der Automobilindustrie (VDA) durchführt.

Das Interesse der Bevölkerung an Oldtimern über die Jahre.
Das Interesse der Bevölkerung an Oldtimern über die Jahre.
(Bild: IfD-Allensbach)

Nachwuchsprobleme in der Szene und den Werkstätten, dazu umweltbedingte Veränderungen der automobilen Zukunft listen die Studienmacher als Herausforderungen auf, mit der sich die Branche in den kommenden Jahren konfrontiert sieht. So gehe schon seit vielen Jahren das Interesse in der Bevölkerung an Autos und Motorrädern leicht zurück, obwohl die Fahrzeugbestände gleichzeitig deutlich steigen.

Gründe für diesen schleichenden Interessenwandel sehen die Studienmacher in der Selbstverständlichkeit, mit der Menschen Fahrzeuge heute als Verkehrsmittel nutzen, und in einem zurückgehenden Statusempfinden. So ließen sich Menschen schwerer für Oldtimer begeistern. Das Interesse sinke allerdings etwas langsamer als bei Neufahrzeugen.

Das Stimmungsbild in der Bevölkerung gegenüber Oldtimern war 2015 besser als 2013 und ist 2017 schwächer als 2015. Um einen Trend ableiten zu können, müsse man wahrscheinlich auf die nächste Oldtimer-Studie warten, so die Autoren. Mögliche Gründe für den Negativtrend könnten sein: Umweltdebatten in vielen Bereichen, die Preisentwicklung bei Oldtimern, aber auch nicht direkt zugehörige Ereignisse, welche die Einstellungen der Menschen beeinflussen. In der Zeit, als die Umfrage durchgeführt wurde, waren der VW- und Dieselskandal sowie eventuelle Fahrverbote für Diesel in Stuttgart fast täglich in den Medien.

Die vollständige Studie kann auf der Allensbach-Webseite eingesehen werden.

Seit 2008 untersucht das Institut für Demoskopie Allensbach das Oldtimer-Segment. Ursprünglich als Medienanalyse geplant, hat sich die IfD-Allensbach-Oldtimerstudie zu einer umfassenden Untersuchung des Klassikmarkts entwickelt. Seit 2011 beteiligt sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) an der Studie. Zum dritten Mal wurde die Untersuchung nun durch eine repräsentative Bevölkerungsbefragung ergänzt, die das aktuelle Stimmungsbild der Deutschen zu klassischen Fahrzeugen beschreibt.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group