Jüngere Generation will das Auto doch weiter besitzen

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Betrachtungen zur Zukunft des Autos vermittelten zuletzt oft den Eindruck, dass der Pkw-Besitz zunehmend zum Auslaufmodell wird. Eine neue Studie will nun jedoch belegen, dass junge Menschen weiterhin ihr eigenes Auto anstreben.

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(Bild: Citroën)

Die Generation der sogenannten Millennials ist dem Auto gegenüber deutlich positiver eingestellt als gemeinhin vermutet. Laut einer Untersuchung des internationalen Beratungsunternehmens Duff & Phelps stehen die jungen Menschen in Deutschland dem Autokauf oder -leasing sogar noch leicht aufgeschlossener gegenüber (81 %) als im EU-Durchschnitt (79 %). Allerdings könnte der Bruch zwischen Verweigerern und Interessierten hierzulande stärker ausgeprägt sein als im europäischen Durchschnitt. 42 Prozent der jungen Deutschen, die noch kein Auto haben, beabsichtigen einen Kauf innerhalb der nächsten fünf Jahre. Europaweit sind das immerhin 50 Prozent.

In der weltweiten Betrachtung ist der europäische Nachwuchs dennoch der größte Auto-Verweigerer. In der Gruppe derjenigen, die noch kein Auto besitzen, wollen auch künftig 43 Prozent auf ein gekauftes oder geleastes Auto verzichten. In Asien sind es 37 Prozent, in Nordamerika immerhin noch 31 Prozent. In Südamerika können sich dagegen nur 15 Prozent damit anfreunden, langfristig kein Auto haben zu wollen.

Interessanterweise schlagen sich in der Untersuchung von Duff & Phelps, die häufig genannten Argumente gegen ein eigenes Auto – ökologische Fragen und guter öffentlicher Nahverkehr – kaum nieder. Mehrheitlich begreifen Millennials das Auto als ein notwendiges Verkehrsmittel, um sich unabhängig und komfortabel fortzubewegen. Alternative Möglichkeiten wie Carsharing werden von ihnen gar nicht oder weniger als einmal pro Woche genutzt.

Fast jeder zweite fährt täglich Auto

Weltweit bleibt damit das Auto das Fortbewegungsmittel Nummer eins. Fast jeder zweite ist täglich damit unterwegs (49 %). Auf Platz zwei folgen bereits die Fußgänger (23 %), gefolgt von den Öffentlichen Verkehrsmitteln (16 %). Die zuletzt boomende Fahrrad-Fraktion kommt auf 8 Prozent der Befragten, die sich täglich in den Sattel schwingen, dicht gefolgt von den motorisierten Gesinnungsgenossen (7 %). Dahinter reihen sich die modernen Alternativen Carpool (7 %), Carsharing (6 %) oder Ride-Sharing (5 %) ein sowie die Taxi-Nutzung (5 %).

Einmal mehr zeigt die Studie, dass die Menschen in Asien der Elektromobilität besonders aufgeschlossen gegenüberstehen. Sowohl in China (61 %) und Hongkong (59 %) alsich in Japan (53 %) und Singapur (43 %) ist die Zustimmung zu batterieelektrisch oder hybrid angetriebenen Modellen am höchsten. Am wenigsten mit der E-Mobilität anfangen können die Autofahrer in Brasilien (21 %), den USA (26 %) und dann auch schon Deutschland (32 %).

Duff & Phelps ist eine internationale Beratungsgesellschaft, für die in 28 Ländern der Erde derzeit rund 3.500 Branchenexperten arbeiten. Für den „Millennials and Auto Trends Report “ wurden weltweit 2.150 Millennials im Alter zwischen 23 und 38 Jahren zu ihren Präferenzen beim Autokauf befragt.

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