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Kalkulationssysteme: Fachbetriebe haben freie Wahl

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung (IFL) macht darauf aufmerksam, dass Versicherer nur bei Kaskoschäden mit Werkstattbindung auf ein für sie günstigeres Kalkulationssystem verweisen können, wenn sie dieses vertraglich vorgegeben haben.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Fachbetriebe dürfen frei wählen, welches der etablierten Systeme zur Kalkulation eines Unfallschadens (Audatex, DAT, Schwacke etc.) sie verwenden wollen. Darauf hat die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung (IFL) in einer Technischen Mitteilung Anfang Juli hingewiesen. Der Hintergrund des Schreibens ist, dass Versicherer das verwendete System häufig als „unzulässig“ darstellen und die Rechnung unter Verweis auf eine günstigere Berechnungsmethode kürzen.

Gleiches wie für die Wahl des Kalkulationsprogramms gilt für die Verwendung des Lacksystems: In den Kalkulationssystemen selbst kann der Anwender nach Bedarf und technischer Erforderlichkeit zwischen zwei bis drei unterschiedlichen Lacksystemen (Hersteller, AZT, Euro-Lack etc.) auswählen. Diese Wahl bleibt frei. Laut der IFL-Mitteilung gibt es jedoch Situationen, in denen bestimmte Lacksysteme nicht zur Anwendung kommen können beziehungsweise sollten.

Auch beim Kaskoschaden kann der Reparaturbetrieb wählen, welches Kalkulationssystem er anwendet. Auch hier ist der Verweis auf das eine oder andere System unzulässig. Nur bei werkstattgebundenen Kaskoverträgen hat der Versicherer ein Weisungsrecht, welches Kalkulationssystem und welche Lackkalkulationsmethode verwendet werden sollen. In allen anderen Fällen können Fachbetriebe frei über die Wahl von Kalkulationssystem und Lackberechnungsmethode entscheiden.

Die komplette IFL-Mitteilung im Wortlaut befindet sich unter diesem Link.

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