»kfz-betrieb«-Auto-Check: Citroën C4 Cactus

Der starke Benziner samt Automatik macht den Cactus zur Luxus-Ente

| Autor: Jan Rosenow

Der C4 Cactus beeinflusst mit seiner Formgebung immer mehr Citroën-Modelle.
Der C4 Cactus beeinflusst mit seiner Formgebung immer mehr Citroën-Modelle. (Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Auch im vierten Jahr seiner Modellgeschichte ist der Citroën C4 Cactus einzigartig auf dem Markt. Selbst wenn der Hersteller das Designkonzept auf andere Modelle wie den C3 und den neuen C3 Aircross überträgt, bleibt der Cactus weiterhin ein Charaktertyp, den man auf den ersten Blick erkennt.

Für das aktuelle Modelljahr bekam der Crossover mit dem EAT 6 eine neue Getriebevariante. Das sechsstufige Automatikgetriebe in Wandlerbauart gibt es nur zusammen mit dem stärkeren der beiden Puretech-Ottomotoren, einem 81 kW/110 PS starken, aufgeladenen Dreizylinder. Genau mit diesem Antrieb, der Ausstattungsvariante Shine und der wirklich schönen Farbe Baltic Blau trat der Cactus bei »kfz-betrieb« zum Test an.

Der betont rustikale Charakter des Franzosen ändert sich durch die Automatik nicht. Diese lässt nämlich den gut geölten Komfort eines klassischen Wandlerautomaten vermissen und agiert eher wie ein Doppelkupplungsgetriebe. Vor allem das Anfahren gelingt nicht so sämig, wie es zu erwarten wäre. Aber das liegt wahrscheinlich auch am Motor, einem mit 1,2 Litern relativ hubraumstarken Dreizylinder, der Drehzahl braucht, um rundzulaufen. Bei kräftiger Beschleunigung rattert und vibriert der Dreier fast wie der Zweizylinder-Boxer der guten alten „Ente“ – aber das ist vielleicht auch so gewollt.

Citroën gibt den Kraftstoffverbrauch im Realbetrieb an

Auffällig ist, dass die Getriebesteuerung den Motor bei vergleichsweise hohen Drehzahlen hält. So bleibt der fünfte Gang bis über 100 km/h eingelegt; beim Einrollen in eine Ortschaft schaltet der Automat oft schon bei 60 in den dritten zurück. Das ist ungewöhnlich – normalerweise wird die Drehzahl aus Verbrauchsgründen ja möglichst niedrig gehalten. Einen Drehzahlmesser, um das zu prüfen, hat der Cactus leider nicht.

Bei gleichmäßiger Fahrt hält sich der Motor akustisch im Hintergrund, und auch der Verbrauch ist für einen aufgeladenen Ottomotor mit Automatik akzeptabel. Als kombinierter Wert nach NEFZ sind 4,6 Liter auf 100 Kilometern angegeben. Die PSA-Gruppe veröffentlicht jedoch als erster Hersteller selbst ermittelte RDE-Kraftstoffverbrauchswerte, obwohl das noch gar nicht Pflicht ist. Für die Ausführung Puretech 110 mit Schaltgetriebe gibt Citroën einen Durchschnittsverbrauch im Alltagseinsatz von 6,1 Litern an. Das kommt der Wahrheit ziemlich nahe. Bei »kfz-betrieb« lag der Wert etwas höher, aber das dürfte am Automatikgetriebe liegen.

Die Sitze bieten typisch französischen Komfort

Doch nun genug von der Antriebstechnik, denn die steht bei einem Konzept wie dem Cactus ja nicht im Vordergrund. Mit seinem Design hebt sich der Franzose erfrischend von der kantigen, scharf modellierten Designsprache fast aller Konkurrenten ab. Die blaue Lackierung und die dunkelgrauen Kunststoffteile passen perfekt zusammen.

Auch im Innenraum setzt sich der spezielle Charme fort. Die weich gepolsterten, sesselartig geformten Sitze bieten flauschigen Komfort statt bemühter Sportlichkeit. Hübsche Details wie die Türgriffe im Lederriemen-Design fallen ins Auge. Dem Autor war die Vielfalt der unterschiedlichen Materialien und Oberflächenstrukturen allerdings an manchen Stellen zu groß.

Das Platzangebot entspricht dem Rahmen, den man bei rund 4,15 Metern Außenlänge erwarten kann. Ein Raumwunder ist der Cactus nicht, aber ein taugliches Familienauto.

Ein paar Nachteile sollen nicht verschwiegen werden. Die hinteren Ausstellfenster sind zwar voll retro, aber trotzdem unpraktisch. Die extrem breite C-Säule stört beim Blick nach hinten. Und an die Bedienung per Touchscreen gewöhnt man sich vielleicht, aber trotzdem lenkt sie mit ihrer fehlenden haptischen Rückmeldung mehr vom Verkehr ab als herkömmliche Knöpfe.

Aber das sind Kleinigkeiten. Insgesamt ist der Citroën C4 Cactus ein sympathischer Charakterkopf, der nicht nur mit seinem einzigartigem Design, sondern auch mit inneren Werten besticht. Und das für recht wenig Geld: Die Baureihe startet bei 13.990 Euro, die getestete Version Shine Puretech 110 EAT6 ab 22.290 Euro.

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