»kfz-betrieb« Auto-Check: Mercedes B-Klasse

Premium-Van punktet mit Design und Raumkonzept

| Autor: Julia Mauritz

Die Mercedes B-Klasse kommt in der neuen Generation deutlich dynamischer daher als früher.
Die Mercedes B-Klasse kommt in der neuen Generation deutlich dynamischer daher als früher. (Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

So richtig viel Charme vermochte die alte B-Klasse nie zu versprühen: Der im Jahr 2005 lancierte kompakte Van, der aufgrund der höheren Sitzposition vor dem SUV-Boom gerne von älteren Menschen gekauft wurde, war hauptsächlich eines: praktisch. In den vergangenen paar Jahren hatte das Modell zunehmend an Bedeutung im Produkt-Line-Up des Stuttgarter Herstellers verloren: Mit knapp 25.000 Neuzulassungen rangierte es 2018 in der Verkaufsstatistik gerade einmal auf Platz 5.

Dass man mit dem richtigen Produkt auch in einem stark rückläufigen Segment wie dem der Mini-Vans punkten kann, zeigt die neue B-Klasse. Seit Februar 2019 ist die dritte Generation auf dem Markt, und per Ende Juli wurden hierzulande bereits knapp 19.200 Neuwagen zugelassen.

Das verwundert nicht: Als Testwagen punktete die B-Klasse 220 d in der AMG-Line fast auf der ganzen Linie – sowohl beim Design und der Innenraumanmutung als auch in puncto Infotainment hat das Modell einen riesigen Sprung nach vorne gemacht.

Vom biederen Äußeren ist dank der starken optischen Anlehnung an die neue A-Klasse nicht viel geblieben: Vor allem die Heckansicht wirkt unter anderem dank der deutlich schmaler gespalteten Rückleuchten, der abgerundeten Heckscheibe und dem Wegfall der silbernen Spange am Nummernschild erfrischend dynamisch. Gleichwohl ist die gut 4,4 Meter lange B-Klasse immer noch klar als Van erkennbar. Und die Rundumsicht ist dank der recht schmalen A-, B- und C-Säulen gut.

Im hochwertigen, luftigen Innenraum stechen vor allem die riesig dimensionierte Displayeinheit mit zwei 10,2 Zoll großen Displays mit einer gestochen scharfen Darstellung und die runden, beleuchteten Lüftungsdüsen ins Auge, die als Designelement dienen. Das Cockpit wirkt aufgeräumt, die Bedienelemente sind gut platziert. Allerdings ist nicht jede Funktion durch die Steuerung über das Display direkt auffindbar. Und dann ist da noch das Thema Ablenkung: Das Infotainmentsystem von Mercedes namens MBUX ist beeindruckend, teilweise zu beeindruckend. So ertappt man sich als Fahrer gelegentlich dabei, beispielsweise länger an den Augmented-Reality-Elementen in der Navigationseinheit hängen zu bleiben, als man das tun sollte.

Ein absolutes Highlight ohne Makel ist die sogenannte „Energizing Sitzkinetik“: Die Position der Sitzfläche verändert sich regelmäßig, um den Rücken zu schonen.

Die Topmotorisierung, der 140 kW/190 PS starke Turbodiesel, standardmäßig mit Doppelkupplungsgetriebe kombiniert, schafft 234 km/h. Und zeigt sich dabei nicht übertrieben durstig: Etwas über sechs Liter genehmigte sich der Mercedes durchschnittlich bei flotter Fahrweise.

Hoher Fahrkomfort, nerviger Spurhalteassistent

Der Komfort in der B-Klasse stimmt also. Und auch ansonsten gibt es wenig zu mäkeln. Etwas überambitioniert präsentierte sich so manches Assistenzsystem des Autos. Der Abstandswarner griff teilweise deutlich zu früh ein. Und der Spurhalteassistent reagiert bei besonders sensibler Einstellung zu schroff.

Bleibt zum Schluss noch die Frage nach dem Preis. Die genauen Kosten für die Test-B-Klasse verriet Mercedes nicht. Im Konfigurator kletterte der Preis aber von den gut 28.000 Euro, die das Modell mindestens kostet, schnell über die 50.000-Euro-Marke. Den neuen Schick der B-Klasse lassen sich die Schwaben also auch bezahlen.

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