Bei den Assistenzsystemen setzt der Golf in seiner Klasse ebenfalls neue Maßstäbe. Im Stau oder im Stop&Go-Verkehr fährt er teilautonom. Solange der Fahrer mindestens eine Hand am Lenkrad lässt, kümmert sich das Auto selbst um Gas, Bremse und Lenkung. Auch ansonsten hat der Golf mit einem Spurhalte-, Blind-Spot-, Ein- und Auspark- sowie Front-Assistenten mit Notbremsfunktion ordentlich etwas zu bieten. Optional und gegen Aufpreis versteht sich.
Über das Fahrgefühl muss man bei Volkswagens wichtigstem Modell nur wenige Worte verlieren. Das geschnürte Gesamtpaket aus großartigem Komfort, ansprechendem Lenkverhalten und angenehmer Geräuschkulisse gepaart mit erstklassiger Verarbeitung und Materialauswahl, ist immer wieder auf’s Neue beeindruckend. Der Golf fährt sich nicht spektakulär, aber einfach gut.
Unter der Haube arbeitete im Testwagen der neue 1,5-Liter-Vierzylinder TSI mit 100 kW/150 PS. Er soll gegenüber dem bisherigen 1,4-Liter-Motor mit gleicher Leistung Verbrauchsvorteile haben. Die Norm liegt bei 5,1 Litern, realistisch dürfte maximal eine sechs vor dem Komma sein. Im Test erreichte der Golf einen Verbrauch von 7,3 Litern, allerdings waren wir häufig auch recht flott unterwegs. Das Sechsgang-Schaltgetriebe war über jeden Zweifel erhaben, die Gangwechsel gingen butterweich von der Hand.
Bleibt abschließend noch der Blick auf die Kosten. Der Grundpreis von 17.850 Euro dürfte bei Interessenten zunächst noch kein Schlucken verursachen. Allerdings bekommt der Kunde – etwas überspitzt formuliert – dafür kaum mehr als vier Räder und ein Lenkrad mitgeliefert. Also führt kein Weg an der Sonderausstattung und damit an der Aufpreisliste vorbei. Und die hat es in sich: Eine Kombination aus dem 1,5-Liter-Benziner, virtuellem Cockpit und großem Display verlangt dem Konto des Interessenten bereits über 30.000 Euro ab. Will er noch den ein oder anderen Assistenten mit im Auto haben, bewegt er sich rasch jenseits der 35.000 Euro. Ist das noch Kompaktklasse?
Der Golf spielt also sowohl technisch, als auch beim Preis in einer eigenen Liga. Ersteres ist toll für den Kunden, letzteres nicht. Der Beliebtheit des VW-Bestsellers können die happigen Kosten aber nichts anhaben: Laut Hersteller bestellt weltweit alle 40 Sekunden jemand einen Golf. Die Devise wird deswegen auch 2019 lauten, wenn die achte Generation des Autos auf den Markt kommt: Runderneuern ja, aber bloß nicht zu viel verändern.
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