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»kfz-betrieb« Autocheck: Citroën C4 Cactus

| Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Citroën wollte ein Auto entwickeln, das günstig, einfach zu bedienen und anders ist. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und gefällt doch nicht jedem.

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Im C-Segment sticht der Citroën Cactus mit seinen Airbumps aus der Masse hervor.
Im C-Segment sticht der Citroën Cactus mit seinen Airbumps aus der Masse hervor.
(Foto: Mauritz)

Ist der Citroën C4 Cactus schön oder hässlich? Bei einer zugegebenermaßen nicht repräsentativen Umfrage in der Redaktion hatten alle eine klare Meinung dazu: Rund die Hälfte ist vom Design begeistert, während die andere Hälfte der französischen Kompaktlimousine nicht viel abgewinnen kann. Während einige den Seitenschutz aus Plastik belächeln, finden andere diese Idee klasse und fantasieren sogar über Plastikstacheln, die die Airbumps ersetzen könnten.

Wie auch immer man über den französischen Wagen denken mag – fest steht, dass es mal wieder erfrischend ist, ein Fahrzeug auf den Straßen rollen zu sehen, das aus der Masse der immer gleicher werdenden Modelle hervorsticht. Das gilt auch für den Innenraum: Citroën hat ihn bewusst schlicht gehalten. Wer auf viele Knöpfe steht, sitzt im Cactus falsch. Ein digitaler Bildschirm ersetzt das Kombiinstrument und reduziert das Cockpit damit auf das Wesentliche. Alle wichtigen Bedienfunktionen – Klimaanlage, Infotainment, Telefon, Fahrzeugeinstellungen und Fahrhilfen – lassen sich über einen serienmäßigen Sieben-Zoll-Touchscreen-Bildschirm steuern. Über den 3G-Stick, der leider nicht getestet werden konnte, erhält der Fahrer Zugang zum Portal Citroën Multicity Connect und findet darüber Tankstellen, Hotels, Restaurants und aktuelle Verkehrsmeldungen.

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Großzügiges Raumgefühl

Durch den auf das Wesentliche reduzierten Innenraum kommen die wenigen, ganz gezielt gesetzten Designelemente besonders zur Geltung – wie zum Beispiel die Eisenbeschläge an der oberen Ablage des Armaturenbretts oder die Spanngurte aus Leder an den Türgriffen. Schick ist auch, dass sich die Außenfarbe, im Fall des Testwagens Violett, auch im Armaturenbrett wiederfindet.

Außergewöhnlich großzügig ist das Raumgefühl im C-Segment-Modell. Neben dem im Testwagen verbauten knapp 500 Euro teuren Panoramadach trägt dazu vor allem das auffallend tiefe und waagerechte Armaturenbrett bei, das praktische Ablageflächen bietet. Möglich gemacht haben die Konstrukteure diese außergewöhnliche Form übrigens, indem sie den Beifahrerairbag im Fahrzeughimmel untergebracht haben.

Die bequemen Vordersitze, die den Insassen das Gefühl vermitteln sollen, auf dem heimischen Sofa zu sitzen, laden dazu ein, mit dem Cactus auch lange Strecken zu fahren. Der Kofferraum, der mit hochgeklappten Rücksitzen 358 Liter fasst, bietet durchaus auch für das Urlaubsgepäck genügend Platz.

Geringer Kraftstoffverbrauch

Auch der getestete Motor, ein neuer 1,6-Liter-Dieselantrieb mit einer Leistung von 73 kW/99 PS, hat überzeugt. Der Durchschnittsverbrauch des überraschend flotten Antriebs lag mit knapp über fünf Litern zwar deutlich über dem vom Hersteller angegebenen Verbrauch von 3,2 Litern, dennoch kann sich der Wert sehen lassen.

Fazit: Von außen mag der Cactus vielen zu stachelig sein, doch was zählt, sind letztlich die inneren Werte – und die stimmen. Für 13.990 Euro – so viel kostet die Basisversion des Cactus mit einem 55 kW/75 PS starken Benziner – bekommt man viel Auto und garantiert viel Aufmerksamkeit von anderen Autofahrern. Wählt man allerdings den Diesel und entscheidet sich für die höchste Ausstattungsvariante „Shine“ und das Panoramadach, muss man gut 10.000 Euro mehr in die Hand nehmen.

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