»kfz-betrieb«-Autocheck: Dacia Duster

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Das SUV für den schmalen Geldbeutel wurde 2014 tiefgreifend überarbeitet. Mit dem TCE 125 hielt ein moderner, turbogeladener Ottomotor Einzug.

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Ein bisschen Chrom und neue Scheinwerfer kennzeichnen den Duster-Jahrgang 2014.
Ein bisschen Chrom und neue Scheinwerfer kennzeichnen den Duster-Jahrgang 2014.
(Foto: Rosenow)

LED-Tagfahrleuchten und Chromakzente an der Front, ein Navi mit großem Touchscreen im Armaturenbrett, ein turbogeladener Direkteinspritzer unter der Haube – schaut man auf die Ausstattung des neuen Dacia Duster, so erinnert gar nichts an ein Billigauto. Das jüngst überarbeitete kompakte SUV ist mit Abstand das attraktivste Auto der Renault-Tochtermarke und in Deutschland auch das meistverkaufte.

Als Testfahrzeug stand »kfz-betrieb« das Topmodell „Prestige“ mit dem stärksten lieferbaren Ottomotor TCE 125 zur Verfügung. Der Grundpreis für diese Kombination beträgt 15.890 Euro und liegt damit gut 5.000 Euro über dem Grundmodell in Straßenbahnausstattung, das kaum ein Käufer wählen dürfte.

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Der zweitbesten Version „Laureate“ hat es lediglich die Ledersitze und das Navigationsgerät voraus. Ob es die wirklich braucht, sei dahingestellt – allerdings kostet das bisschen „Prestige“ dann auch nur gut 800 Euro mehr. Und bei dem Multimediasystem Media-Nav mit Sieben-Zoll-Touchscreen handelt es sich um ein äußerst praktisches, sehr leicht bedienbares System, das den meisten vergleichbaren Geräten in anderen Kleinwagen weit überlegen ist. Mit fast keinem anderen marktgängigen Navi geht die Eingabe eines Ziels oder die Suche nach Sendern schneller von der Hand.

Das „Oma-Navi“ ist einfach super

Die großen Schaltflächen und die sehr übersichtliche Darstellung auf dem Bildschirm erinnern zwar ein wenig an die „Oma-Handys“ in der ADAC-„Motorwelt“ (die mit den extra großen Tasten), stellen aber im Fahrbetrieb eine echte Erleichterung dar. Nur der Klang ist ziemlich blechern, Soundfreaks sollten mit besseren Boxen nachhelfen. Und dass es kein CD-Laufwerk mehr gibt, daran muss man sich gewöhnen. Immerhin ist die USB-Schnittstelle direkt ins Gerät integriert.

Die Ledersitze hingegen sind ein überflüssiger Luxus: Kaum konturiert und sehr rutschig, bieten sie nur wenig Seitenhalt. Das Platzangebot und der Geräuschkomfort in der Kabine gehen dagegen in Ordnung.

Der Motor ist das beste Stück

Das mit Abstand beste Stück am rumänischen Gefährt ist der Motor aus dem Renault-Regal. Das nur 1,2 Liter große Downsizingaggregat mit 92 kW/125 PS und 205 Newtonmetern kommt mit dem Kompakt-SUV erstaunlich gut zurecht. Spritzig bringt es den Duster in Fahrt und ist selbst bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn noch zu dynamischen Überholmanövern in der Lage. Diese Leistungsfreude rührt sicherlich auch daher, dass der Duster mit gerade einmal 1.277 Kilogramm zu den absoluten Leichtgewichten in der SUV-Klasse zählt.

Die hohe Laufruhe und das fast nicht hörbare Arbeitsgeräusch zählen zu den weiteren Pluspunkten, für den Verbrauch gibt es aber ein dickes Minus. Im Durchschnitt 9,3 Liter flossen bei meist mittlerem Tempo durch die Einspritzdüsen. Da brauchte ein kürzlich getesteter Jeep Cherokee mit 280 PS kaum mehr.

Ein Duster ist kein Fahrspaß-Monster

Störend waren zudem die nervöse Gasannahme, die den Motor beim Anfahren oft nervig aufheulen ließ, und die giftig ansprechende Lenkung. Die langen Federwege sorgen zwar für guten Komfort, aber auch für ausufernde Karosseriebewegungen bei schneller Kurvenfahrt. Ein Fahrspaßmonster ist der Duster also ganz gewiss nicht.

Und wenn wir gerade beim Meckern sind: Ein paar Bedienungsschwächen ließen sich sicher auch in einem Billigauto leicht abstellen. So würden die meisten Fahrer gern alle Chromrähmchen hergeben für eine Tippstellung am Scheibenwischerschalter – von einem Regensensor ganz zu schweigen. Der hätte bei der Modellpflege nun wirklich herausspringen können. Ansonsten hat Dacia den Duster sinnvoll verbessert und dürfte sich weiterhin über erfreuliche Verkaufszahlen freuen.

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