»kfz-betrieb«-Autocheck: Nissan NV 200 Evalia

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Der Nissan ist trotz kompakter Abmessungen ein echter Transporter. Das bedeutet: viel Platz, beste Übersicht und ein lässiges „King-of-the-Road“-Feeling.

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Klassische Transporterform auf 4,40 Metern Länge: Nissan NV 200.
Klassische Transporterform auf 4,40 Metern Länge: Nissan NV 200.
(Foto: Rosenow)

Nutzfahrzeuge sind nicht nur etwas für Handwerker, Paketdienste und andere Gewerbetreibende. Auch viele Familien schätzen es, möglichst viel Platz für Gepäck, Spielzeug und andere Utensilien zu haben, und mancher Freizeitsportler mit ausladenden Gerätschaften ist ebenfalls auf ein Auto mit großem Platzangebot angewiesen.

Klassischer Traumwagen für diese Klientel ist der VW-Bus, doch dessen fünfte Generation ist nicht nur schmerzhaft teuer, sondern mit fast fünf Metern Länge nicht mehr wirklich innenstadt- oder normgaragengeeignet. Die populären Hochdachkombis à la Renault Kangoo hingegen glänzen zwar mit beeindruckenden Volumenangaben beim Kofferraum, aber aufgrund ihrer klassischen Karosserieform mit langer Motorhaube fehlt es ihnen inwendig an nutzbarer Länge.

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Kompakte Außenmaße mit der typischen One-Box-Statur eines Kleintransporters zu verbinden, das schafft aktuell nur ein Fahrzeug auf dem Markt: der Nissan NV 200. Mit 4,40 Meter Länge, 1,85 Meter Höhe und einer Breite von 1,70 Metern ist er nicht größer als ein Pkw und passt so bestens in den Stadtverkehr. Die nutzfahrzeugtypisch erhöhte Sitzposition bietet beste Übersicht und ein lässiges „King-of-the-Road“-Gefühl.

25 Prozent mehr Kofferraum als die Hochdachkombis

Trotz des kompakten Grundrisses sorgen der Radstand von 2,73 Metern und die kurze Nase für eine mehr als zwei Meter lange Ladefläche. Das maximale Laderaumvolumen lässt sich bereits in Kubikmetern messen (exakt 4,2 ohne Sitzbank) und liegt laut Nissan um rund 25 Prozent über denen der wichtigsten Wettbewerber. In seiner Pkw-Variante Evalia bietet der NV Platz für bis zu sieben Personen – und zwar wirklich Platz. Auch die beiden Sitze in der dritten Reihe gewähren einem Erwachsenen ausreichend Raum. Werden sie nicht gebraucht, lassen sie sich seitlich wegfalten oder komplett ausbauen.

Nissan schickte den Evalia mit dem höchsten Ausstattungsniveau („Premium“) zu »kfz-betrieb«. Neben etwas mehr Chrom und Lack bietet es ESP, Sitzheizung, Klimaanlage und eine Rückfahrkamera sowie das praktische schlüssellose Zugangssystem. Klar – wirklich premium ist das alles ebenso wenig wie die Materialien im Cockpit, die sich wohl am freundlichsten mit „robust“ beschreiben lassen. Doch irgendwie passt das auch zum Nutzfahrzeug-Charakter des NV.

Den Motor gibt es auch bei Dacia – und Mercedes

Zu Premiumweihen hat es dafür sein Antrieb gebracht: Der 1,5 Liter große Common-Rail-Diesel mit 81 kW/110 PS ist nämlich nicht mehr nur in der weit verzweigten Renault/Dacia/Nissan-Welt zu Hause, sondern treibt auch den Kangoo-Ableger Mercedes Citan und sogar die neue A-Klasse an. Im kleinen Nissan-Transporter überzeugt er mit kräftigem Antritt und geringem Verbrauch. Seine gute mechanische Laufruhe vermeidet das typische Dröhnen, das in vielen Transportern aufgrund des großen Innenraums zu hören ist.

Auf der Autobahn schwimmt der NV mit 160 km/h Topspeed gut im Verkehr mit – allerdings hinterlässt die kleinwagenähnliche Reifendimension 175/70 R 14 bei einem vollbeladen rund zwei Tonnen schweren Schnelltransporter ein etwas ungutes Gefühl. Außerdem sehen die „Schubkarrenräder“ am Evalia einfach lächerlich aus. Davon abgesehen ist er zu Preisen ab 19.600 Euro (Variante „Premium“ mit 1,6-Liter-Ottomotor) ein reelles Angebot im Vergleich zu ähnlich geräumigen Konkurrenten. Der getestete Spitzen-Diesel kostet mindestens 22.290 Euro. Und den rustikalen Nutzfahrzeugcharme gibt es kostenlos dazu.

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