Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg feiert 100-jähriges Bestehen

Autor: Christoph Baeuchle

In Stuttgart trafen sich nicht nur die ZDK-Mitglieder zur jährlichen Versammlung, sondern das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg feierte auch sein 100-jähriges Bestehen. Mit dabei: Prominente aus Branche und Politik wie Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

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Sauberer Schnitt: Michael Ziegler (Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg) und Hermann Frohnhaus (BDK) mit der Feiertorte.
Sauberer Schnitt: Michael Ziegler (Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg) und Hermann Frohnhaus (BDK) mit der Feiertorte.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Mit dem Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg hat der erste Landesverband sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Das dürfte kaum verwundern: Schließlich ist der Süden der Republik die Wiege des Automobils. Zu den Feierlichkeiten kamen zahlreiche Gäste aus der Branche, der Wirtschaft und der Politik.

Das Kraftfahrzeug gehöre zu Baden-Württemberg wie Zwiebelrostbraten und Schäufele, betonte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Damit dies auch weiterhin so bleibt, arbeiten die Schwaben gemeinsam im „Strategiedialog Automobilwirtschaft“ an der Transformation. Dabei spiele auch das Kfz-Gewerbe eine wichtige Rolle, lobte die Wirtschaftsministerin.

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Die Ausgangsvoraussetzungen seien sehr gut, um auch in Zukunft als Standort eine wichtige Rolle für die Autobranche zu spielen, betont Hoffmeister-Kraut. „Wir stellen jetzt die Weichen richtig, damit das Auto-Land Baden-Württemberg durchstarten kann.“

Dass dies nicht immer leicht ist, zeigt das Thema Diesel. Seit Monaten diskutiert man in der „Heimat des Automobils“, ob der Selbstzünder künftig außen vor bleibt. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig drohen in der Schwabenmetropole Fahrverbote.

„Dabei ist die Luft in den vergangenen Jahren immer sauberer geworden, weil der Diesel immer besser wurde“, stellte Hoffmeister-Kraut klar. Doch das geht in den Medien und der Diskussion meist unter. „Es fehlt der Diesel-Debatte eindeutig an Sachlichkeit.“ Stattdessen gebe es ein pauschales Diesel-Bashing, das niemandem hilft, am wenigstens der Klimapolitik.

Die Wirtschaftsministerin kritisierte die Hersteller, die mit ihrem Verhalten zum Imageschaden beigetragen haben. Aber auch die Politik habe sich bei der Festlegung der Grenzwerte nicht mit Ruhm bekleckert. Leidtragende seien Diesel-Besitzer und Händler.

„Wir werden alles daran setzen, um Fahrverbote zu vermeiden“, stellte Hoffmeister-Kraut klar – fügte aber hinzu, dass dies keine einfache Aufgabe sei. Sie begrüßte die Software-Updates für Euro-5-Diesel und die Diesel-Umstiegsprämien der Hersteller beim Kauf eines Neuwagens. Zugleich zeigte sie Verständnis für die Forderungen des Kfz-Gewerbes nach Hardware-Nachrüstung. „Wenn diese ein probates Mittel sind, Fahrverbote zu vermeiden, dann dürfen sie kein Tabu sein.“

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski lobte in seiner Rede das Engagement des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg beim Thema Diesel-Krise. „Es ist gut zu wissen, einen Landesverband wie Baden-Württemberg an seiner Seite zu haben, wenn es um Krisenszenarien wie beim Diesel geht.“

Er bekräftigte die Forderung nach einem rechtlichen Rahmen zur Nachrüstung. „Es wäre ja schon ein Riesenschritt, wenn wir eine Verordnung bekämen, die eine freiwillige Nachrüstung ermöglicht. Das wäre ein wichtiges politisches Signal für viele Millionen Autofahrer, aber auch für uns Händler.“

Karpinski forderte, gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Denn „nur ein starker und geschlossener Verband kann etwas bewegen“, sagte der Präsident. 38.000 Kfz-Betriebe, über 175 Milliarden Euro Umsatz, 450.000 Mitarbeiter und 90.000 junge Menschen in der Ausbildung: „Das ist eine Macht!“

Dabei spielt das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg eine wesentliche Rolle: Es umfasst 26 Kfz-Innungen, mehr als 4.280 Autohäuser und Kfz-Meisterbetriebe sowie Tankstellen, rund 54.000 Mitarbeiter und mehr als 9.000 Azubis.

Bis der Landesverband eine solche Stärke aufweisen konnte, war viel Arbeit notwendig. Fünf Wochen nach Gründung der Republik am 11. November 1918 trafen sich der Automobilhändler Paul Staiger und 17 seiner Kollegen im Weinrestaurant „Honold“ in der Esslinger Straße in Stuttgart. Am selben Tag wurde die Gründung der „Section Württemberg“ im Deutschen Automobil-Händlerverband beschlossen und Paul Staiger einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Ebenfalls einstimmig wählten die Delegierten des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg im Vorfeld der Feierlichkeiten Michael Ziegler zu ihrem neuen Präsidenten.

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