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Kfz-Gewerbe fürchtet große Engpässe bei Zulassungen im Dezember

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Wenn Ende des Jahres die Senkung der Mehrwertsteuer ausläuft und die Zulassungsstellen urlaubsbedingt schließen, befürchtet das Kfz-Gewerbe eine Zuspitzung der Situation. Denn noch immer ist eine Fahrzeugzulassung nicht überall reibungslos gewährleistet.

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Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Landesverbands Bayern, macht sich Sorgen über die Zulassungssituation, wenn die Zulassungsstellen zwischen den Jahren schließen.
Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Landesverbands Bayern, macht sich Sorgen über die Zulassungssituation, wenn die Zulassungsstellen zwischen den Jahren schließen.
(Bild: Kfz-Gewerbe Bayern)

„Wenn der reduzierte Mehrwertsteuersatz am 31. Dezember 2020 ausläuft, werden wir bis Ende des Jahres Last-Minute-Käufe haben. Deshalb müssen die Kfz-Zulassungsstellen diese erhöhte Nachfrage auch tatsächlich bedienen können“, fordert Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Landesverbands Bayern.

Wenn aber die Zulassungsstellen ab 23. Dezember bis 4. oder gar 6. Januar geschlossen sein sollten, wird sich der derzeitige Engpass bei den Fahrzeugzulassungen weiter zuspitzen. Fahrzeuge, die im Dezember verkauft werden und normalerweise sofort angemeldet, übergeben und in Rechnung gestellt werden könnten, könnten womöglich erst im Januar angemeldet und an die Kunden übergeben werden.

Sorge scheint begründet

Die Sorge scheint begründet, wie eine aktuelle Umfrage unter den rund 7.000 bayerischen Kfz-Innungsbetrieben zur Arbeit der Zulassungsstellen zeigt, an der sich über 500 Betriebe beteiligt haben. Vor allem in Teilen von Oberbayern, Mittelfranken und Schwaben funktioniert das Zulassungswesen noch nicht reibungslos.

In Oberbayern und Mittelfranken beurteilten beispielsweise jeweils rund 60 Prozent der befragten Betriebe die Situation bei der Zulassung nur mit „ausreichend“ oder „mangelhaft“. In Schwaben gab zudem jeder vierte Betrieb an, bis zu zwei Wochen auf einen Termin bei der Zulassungsstelle warten zu müssen. Und jeder fünfte oberbayerische Kfz-Innungsbetrieb merkte an, dass die Bearbeitung der Zulassung bis zu einer Woche dauern würde.

„Gerade die Coronakrise zeigt, wie sehr viele Menschen auf ihr eigenes Fahrzeug vertrauen. Daher begrüßen wir ausdrücklich, dass die bayerischen Kfz-Innungsbetriebe jetzt im zweiten Lockdown weiterhin geöffnet bleiben dürfen. Denn unsere oftmals noch familiengeführten Kfz-Innungsbetriebe setzen weiter alles daran, die wirtschaftlichen Folgen des ersten Lockdowns und der anschließenden politischen Hängepartien so gut es geht auszugleichen“, sagte Vetterl.

Deshalb müssten die kommunalen Verwaltungen dringend die Grundlage dafür schaffen, dass Zulassungen reibungslos möglich sind – sowohl im Interesse der Autobesitzer als auch im Interesse der mittelständischen Kfz-Händler vor Ort.

Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Landesverbands Bayern, macht sich Sorgen über die Zulassungssituation, wenn die Zulassungsstellen zwischen den Jahren schließen.
Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Landesverbands Bayern, macht sich Sorgen über die Zulassungssituation, wenn die Zulassungsstellen zwischen den Jahren schließen.
(Bild: Kfz-Gewerbe Bayern)

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