Kfz-Gewerbe Hessen bestätigt Führungsspitze

Delegiertenversammlung beim Landesverband in Wiesbaden

| Autor: Christoph Baeuchle

Das Kfz-Gewerbe Hessen hat gewählt: Alter und neuer Präsident ist Jürgen Karpinski.
Das Kfz-Gewerbe Hessen hat gewählt: Alter und neuer Präsident ist Jürgen Karpinski. (Bild: Baeuchle / »kfz-betrieb«)

Das Kfz-Gewerbe Hessen hat seine Führungsspitze einstimmig im Amt bestätigt. Bei der Delegiertenversammlung in Wiesbaden wählten die Teilnehmer Jürgen Karpinski erneut zu ihrem Landesinnungsmeister und Präsidenten sowie Michael Kraft zu seinem Stellvertreter.

Den Vorstand komplettieren Thorsten Krämer, Ralf Funke, Gerald Weil und Georg Wolf sowie Andreas Rietschle, der erstmals in den Vorstand gewählt wurde. Zudem sind Cyril von Recum und Burkhard Wagner kooptierte Vorstandsmitglieder. Horst Haese trat nicht mehr zur turnusgemäßen Wahl an.

Herausforderungen für den Vorstand des hessischen Kfz-Gewerbes und die gesamte Branche bot das Autojahr 2018 genügend. Dieseldebatten, WLTP-Wirrungen, Fahrverbote, Hardwarenachrüstung, Kaufprämien und der Restwerteverfall bei Diesel-Pkws sorgten für eines „der turbulentesten und wechselhaftesten Jahre in der hessischen Automobilgeschichte“, sagte der neue und alte Präsident Jürgen Karpinski.

Während bei Neu- und Gebrauchtwagen die Turbulenzen des Jahres deutlich zu spüren waren, entwickelte sich der Servicebereich ein weiteres Mal positiv. Dazu hat auch die Hauptuntersuchung beigetragen, die etwa zwei Drittel der Autofahrer im Kfz-Meisterbetrieb ihres Vertrauens durchführen lassen. Damit dies so bleibt, sollten die Betriebe am Erhalt des Prüfstützpunkts festhalten. Dafür sind allerdings Investitionen in eine moderne Ausstattung erforderlich.

Dies gilt auch für die Abgasuntersuchung, die wie andere Untersuchungen zu den hoheitlichen Aufgaben des Kfz-Gewerbes gehören. Um diese auch weiterhin in der Branche zu halten, strebt der Verband eine Systemakkreditierung an. „Schritt für Schritt müssen wir dieses Vorhaben jetzt umsetzen, um die hoheitlichen Aufgaben in unserem Gewerbe zukunftsfähig zu machen“, betonte Karpinski. Dazu führt das hessische Kfz-Gewerbe eine Grundlagenschulung für das Qualitätsmanagementsystem durch.

Karpinski will stärkeren Fokus auf synthetische Kraftstoffe

Darüber hinaus kritisierte Karpinski die Diskussion um Dieselemissionen und Fahrverbote. Er lobte die Leistung der gesamten Verbandsorganisation für das Erreichen der Dieselnachrüstung. Die Rahmenbedingungen stehen, die Anbieter arbeiten an Lösungen für die Nachrüstung. „Sollten sich alle Dieselfahrer von Euro-4- und Euro-5-Autos für eine Hardwarenachrüstung entschließen, so sprechen wir von einem Volumen von weit mehr als über zehn Millionen Fahrzeugen.“

Der Präsident forderte, den Blick über die Elektromobilität hinaus zu weiten und auch auf synthetische Kraftstoffe zu richten. „Das ist ein Zukunftsfeld, dem meiner Ansicht nach bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird“, bedauerte Karpinski.

Synthetische Kraftstoffe werden durch Elektrolyse gewonnen. Kommt die dafür notwendige Energie aus erneuerbaren Quellen, entstehen klimaneutrale Kraftstoffe. Diese hätten gute Chancen, sich am Markt zu etablieren, wenn sie in ähnlicher oder gleicher Weise gefördert würden wie die E-Mobilität, betonte Karpinski und verwies auf Berechnungen eines Beratungsunternehmens.

Neben guten CO2-Werten zeichnet E-Fuels aus, dass keine neue Tankstelleninfrastruktur und keine neuen Antriebe benötigt werden. „Wir brauchen eine technologieoffene Herangehensweise, um Lösungen für die individuelle Mobilität der Zukunft zu finden“, stellte Karpinski klar.

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