Kfz-Obermeisterinnen: Aufmüpfig für ihre Zunft

Autor / Redakteur: Doris Pfaff-Manhold / Doris Pfaff

Dietlinde Stüben-Endres ist seit 2009 Obermeisterin der Vestischen Innung und damit Deutschlands erste Frau in diesem Amt. Die Geschäftsfrau engagiert sich vor allem für den weiblichen Nachwuchs in der Branche und für Wasserstofftechnologie.

Dietlinde Stüben-Endres vor ihrem Autohaus Glückauf und einem mit H2 betriebenen Toyota.
Dietlinde Stüben-Endres vor ihrem Autohaus Glückauf und einem mit H2 betriebenen Toyota.
(Bild: André Chrost - PhotoDesign)

Sich in einer männerdominierten Berufswelt zu behaupten, ist ihr noch nie schwergefallen. Dietlinde Stüben-Endres ist seit 2009 Obermeisterin der Vestischen Innung des Kfz-Gewerbes Recklinghausen und Gelsenkirchen. Sie gehörte seit 15 Jahren dem Innungsvorstand der Kfz-Innung Gelsenkirchen an, bevor diese 1999 mit der Recklinghausener fusionierte. Sie war Deutschlands erste Kfz-Obermeisterin und genießt in der Branche den respektvoll gemeinten Ruf, „etwas aufmüpfig“ zu sein.

Wer der 66-jährigen Geschäftsfrau zuhört, weiß schnell, was gemeint ist. Sie wuchs in Gelsenkirchen auf. Ihr Vater führte ein Autohaus, der Großvater eine Tankstelle. „Ja, ich habe schon etwas Benzin im Blut“, sagt sie. Doch an eine Karriere im Kfz-Gewerbe dachte sie erst mal nicht. Nach dem Abitur studierte sie Wirtschaftswissenschaften in Bochum und betrieb bei einem großen Stahlunternehmen Marktforschung. „Als junge Frau in der Stahl- und Baumaschinenbranche habe ich früh gelernt, mich durchzusetzen und selbstbewusst aufzutreten.“