Infrastruktur Kleinen Gemeinden fehlen oft öffentliche Ladesäulen

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Private Steckdose statt öffentlicher Ladesäule: Beim E-Auto sind die Lademöglichkeiten auf dem Land begrenzt. Vor allem in kleineren Gemeinden fehlt oft eine Ladesäule. Die weißen Flecken sind recht unterschiedlich verteilt.

Öffentliche Ladesäulen sind auf dem Land – und speziell in kleineren Gemeinden – oft noch selten.(Bild:  Hyundai)
Öffentliche Ladesäulen sind auf dem Land – und speziell in kleineren Gemeinden – oft noch selten.
(Bild: Hyundai)

Wer ein E-Auto besitzt, findet in kleinen Gemeinden häufig keine öffentlich zugängliche Ladesäule. Das geht aus Antworten der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch hervor. Auf dem Land spiele das Laden zu Hause oder beim Arbeitgeber eine zentrale Rolle, hob das Verkehrsministerium darin hervor. Über die Daten hatte zunächst das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. 

Die Antwort der Bundesregierung zeigt, dass 4.548 (42 %) der 10.775 Gemeinden in Deutschland noch keinen öffentlichen Ladepunkt haben. Vor fünf Jahren lag die Zahl um rund 2.000 höher. 

Gemeindegröße spielt eine Rolle 

Am höchsten ist der Anteil in Rheinland-Pfalz (72 %), Mecklenburg-Vorpommern (68 %), wo die Kommunen relativ klein sind, und in Thüringen (65 %). Keine weißen Flecken gibt es dagegen außer in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen auf den Lade-Landkarten von Nordrhein-Westfalen und dem Saarland – das sind Bundesländer mit relativ großen Kommunen. 

Die Bundesregierung hob hervor, dass von den Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern 99 Prozent mindestens einen öffentlichen Ladepunkt haben. Sie verwies für kleine Gemeinden auf das private Laden und Ladepunkte beim Arbeitgeber. 

Kritik auf Kaufprämie 

Bartsch kritisierte, dass es für den Kauf von Elektroautos staatliche Zuschüsse gibt, während der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur weit hinterherhänge. Der Linke-Politiker verwies darauf, dass im Osten jede zweite Gemeinde keinen öffentlichen Ladepunkt habe. Dabei dürfte auch ein statistischer Effekt eine Rolle spielen: Gemeinden im Osten sind im Durchschnitt kleiner als im Westen. Bartsch bemängelte, der Osten werde bei der E-Mobilität in der Breite zweitrangig behandelt. 

Tankstellen-Ketten mit mindestens 200 Tankstellen sind ab 2028 gesetzlich verpflichtet, dort jeweils auch mindestens einen Schnellladepunkt zu betreiben. Für Menschen in Dörfern wird das nicht unbedingt etwas ändern, weil es dort vielfach auch keine Tankstellen gibt.

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