Fahrbericht: Skoda Elroq Kleiner Bruder mit großen Zielen

Von sp-x 4 min Lesedauer

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Nach dem Enyaq kommt nun Skodas nächstes Elektromodell, der Elroq, in die Schauräume der Händler. Er soll nicht weniger als in der volumenträchtigen Kompaktklasse den Ton angeben – und bringt dazu gute Voraussetzungen mit.

Skoda hat sein zweites Elektromodell an den Start gebracht, den Elroq.(Bild:  Skoda)
Skoda hat sein zweites Elektromodell an den Start gebracht, den Elroq.
(Bild: Skoda)

Betrachtet man die elektrische Modellvielfalt bei Skoda, fährt die tschechische Volkwagen-Tochter eher im hinteren Teilnehmerfeld. Wählen ließ sich bislang lediglich zwischen dem Enyaq und der davon abgeleiteten Variante Enyaq Coupé. Immerhin: Die Baureihe ist ein Verkaufsschlager und übertraf selbst die internen Erwartungen deutlich. Mehr als 200.000 Kunden haben sich seit dem Debüt 2021 für das praktische Mittelklasse-SUV entschieden. Wohl auch deshalb avancierte der Enyaq jüngst zum Bestseller unter den E-Autos in Europa.

Jetzt rollt der kleine Bruder Elroq an den Start, mit möglicherweise noch größeren Absatzchancen. Schon jetzt sollen mehr als 20.000 Vorbestellungen eingegangen sein. Denn Skoda bietet den Wagen im sehr gefragten Kompaktsegment bereits ab 33.900 Euro an. Der Elroq ist damit nur wenige hundert Euro teurer als sein Verbrenner-Pendant Karoq, bei mehr Leistung, mehr Komfort und mehr Ausstattung. Ins Rampenlicht stellen Importeur und Händler den Elroq beim traditionellen Verkaufs-Kickstart, dem Skoda Buffet, am 25. Januar bei den Vertriebspartnern.

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Wie schafft Skoda diesen Einstiegspreis? Ein wesentlicher Grund ist das Baukasten-Prinzip. Denn technisch basiert der 4,49 Meter kurze Elroq auf der gleichen Plattform wie der Enyaq, hat sogar den gleichen Radstand und nutzt die gleichen Antriebe. Das spart enorm Entwicklungskosten. Und frei nach dem Motto „Was dem Enyaq recht, ist dem Elroq billig“ wurde auch das Armaturenbrett 1:1 übernommen.

Skoda verabschiedet sich vom Markenlogo

Selbst an der Karosserie gibt es Gleichteile, wie beispielsweise die Türen. Dennoch ist es den Skoda-Designern gelungen, ein eigenständiges Auto auf die Räder zu stellen, mit vielleicht sogar gefälligeren Proportionen als beim Enyaq. Der Elroq ist zudem der erste Skoda, der statt des Marken-Emblems den Skoda-Schriftzug in Großbuchstaben auf der Haube trägt. Die Maßnahme soll eine neue Design-Richtung, genannt „Modern Solid“, aufzeigen, die Skoda künftig einschlägt. Auch die beiden Enyaq-Modelle hat Skoda zum Jahresstart 2025 entsprechend optisch angeglichen vorgestellt.

Wieder einmal ist es Skoda gelungen, das markentypisch große Platzangebot auch beim Elroq umzusetzen. Das Raumgefühl ist großzügig, auf den Vordersitzen sogar exzellent. Die Rücksitzlehnen lassen sich geteilt umlegen und erweitern das Ladevolumen von 470 auf bis zu 1.580 Liter – für das Segment ein erstklassiger Wert. Auf einen „Frunk“, die kleine Kunststoffwanne unter der Fronthaube, müssen Elroq-Besitzer allerdings verzichten. Alternativ findet das Ladekabel seinen Aufbewahrungsort in einem Netz unter der Hutablage. So braucht das Gepäck nicht ausgeladen zu werden, falls unterwegs einmal die Batterie mit Wechselstrom versorgt werden muss.

Den Elroq bietet Skoda in zwei Akku-Größen an, mit 52 kWh im Einstieg und 77 kWh in der Topversion. Die kleinere Batterie reicht für 375, die große für bis zu 580 Kilometer, beides sind WLTP-Normwerte. Unterschiedlich sind auch die Ladeleistungen, 125 kW für den 52er-Akku, 175 kW für den 77-kWh-Stromspeicher. 25 bis 28 Minuten gibt Skoda für die Befüllung von zehn bis 80 Prozent an – im Bestfall, wenn die Zellen vorkonditioniert sind. Möglich ist dieser Vorgang entweder über die Navigation oder per direktem Klick auf dem Bildschirm.

Sportliche Version ab 43.900 Euro

Fahrdynamisch überzeugt der Elroq. Die gesamte Abstimmung des Autos wirkt perfekt und professionell, der Abrollkomfort ist top, das Handling direkt, die Federung (gegen Aufpreis adaptive Dämpfer) gediegen und die Beschleunigung weich und linear, wie sie eben nur mit einem Elektroantrieb möglich ist. Selbst die Einstiegsversion mit ihren 125 kW/170 PS und 310 Newtonmeter Drehmoment bietet bereits ein sehr ordentliches Fahrgefühl, wenn auch der typische „E-Punch“ beim Kick aufs Pedal fehlt. Für den Alltag aber ist die Leistung allemal ausreichend.

Deutlich mehr Souveränität spürt, wer die große Batterie wählt und dadurch automatisch auch mehr Power erhält. In diesem Fall sind es 210 kW/286 PS und satte 535 Newtonmeter Drehmoment. Angetrieben werden hier ebenso nur die Hinterräder. Die Sportlichkeit hat allerdings ihren Preis. Der Elroq 85 startet bei 43.900 Euro, fast 30 Prozent höher als die Basis.

Das Cockpit dominiert der zentrale, große Bildschirm in der Mitte der Armaturentafel. Über ihn laufen die meisten Funktionen. Die Bedienführung erschließt sich einem schnell, die Symbole sind groß genug dargestellt. Für eine individuelle Belegung sind fünf Shortcuts als Schnelltasten möglich. Wer möchte, kann gegen Aufpreis ein Head-up-Display mit Augmented Reality bekommen. Clever gelöst: Fürs Heizen von Lenkrad, Sitzen und Innenraum hat Skoda den sogenannten Winter-Button installiert. So muss nur einmal gedrückt werden, um alles zu aktivieren.

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