Umweltbonus ZDK besorgt über die Auftragslage

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Mit Kritik reagiert die Kfz-Branche auf den auslaufenden Umweltbonus. Ab 1. September gibt es keine Förderung mehr für Gewerbetreibende. Aus Sicht des ZDH und des ZDK werde so der angestrebte Hochlauf der E-Mobilität gebremst.

Kein Umweltbonus mehr für gewerbliche E-Auto-Käufer: Ab 1. September 2023 profitieren nur noch Privatkunden von der staatlichen Förderung.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Kein Umweltbonus mehr für gewerbliche E-Auto-Käufer: Ab 1. September 2023 profitieren nur noch Privatkunden von der staatlichen Förderung.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Ab 1. September ist Schluss: Gewerbliche Autokunden bekommen ab sofort keine Förderung mehr für den Kauf eines E-Fahrzeugs. Weil aber im Schnitt 60 Prozent aller neu zugelassenen E-Autos in diesem Jahr gewerbliche Halter haben, dürfte das zu einem Knick bei den künftigen Zulassungszahlen führen. Denn das Interesse an E-Autos wird bei Gewerbekunden nun sinken – das jedenfalls befürchtet die Branche.

Ab September profitieren nur noch Privatkunden vom Umweltbonus. Der fällt außerdem ab Januar kleiner aus und läuft Ende 2024 aus. Weil neue Elektrofahrzeuge immer noch sehr teuer in der Anschaffung sind, die Inflation ohnehin die Kauflust bremst und es bei der E-Mobilität noch viele Fragezeichen bzw. Verunsicherungen gibt, dürfte das das Kaufinteresse der Kunden an den Stromern weiter senken.

60 Prozent aller Neuzulassungen durch das Gewerbe

Schon seit Jahresbeginn ist die Auftragslage im Autohandel besorgniserregend. In den Zulassungszahlen spiegelt sich diese Situation noch nicht wider. „Wir schauen mit Sorge darauf, wie sich die Auftragssituation bei den E-Fahrzeugen im gewerblichen Bereich ab dem 1. September entwickeln wird, wenn der Auftragsbestand abgearbeitet ist“, sagt ZDK-Präsident Arne Joswig. Das Ziel der Bundesregierung, 15 Millionen E-Fahrzeuge bis 2030 auf die Straßen zu bringen, werde nach Einschätzung des Verbands nicht zu erreichen sein. „Wenn wir dann acht bis zehn Millionen E-Autos haben, wäre das schon ein Erfolg“, so Joswig.

Das Kfz-Gewerbe tue viel, um den Kunden die Vorteile der Elektromobilität zu erläutern. „Der Beratungsaufwand für den Verkauf eines Elektrofahrzeugs ist um etwa 40 Prozent höher“, so Joswig.

Und trotzdem blieben viele Fragen offen – von der Entwicklung der Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge, dem schleppenden Ausbau der Ladeinfrastruktur über die Strompreise sowie die CO2-Bepreisung bis hin zur Diskussion um die steuerliche Behandlung der Verbrenner, die Dienstwagenbesteuerung und eine mögliche Maut für Pkw, so Joswig.

Eine Lösung biete nur eine langfristige und für Kunden planbare Strategie. Weil die Mittel zur Förderung für 2024 gekappt wurden, müssen Kunden damit rechnen, dass ihr Antrag abgelehnt wird, wenn der Topf leer ist. Wie voll der Fördertopf noch ist, teilt das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) jedoch nicht mit.

Keine Förderprogramme mehr für Gewerbetreibende

Eine verlässliche Förderpolitik ist auch für Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), für das Gelingen der Mobilitätswende unerlässlich. Gewerbetreibende nun von der Förderung auszuschließen, sei falsch und drohe den erst beginnenden Hochlauf der Elektromobilität in Handwerk und Mittelstand zu bremsen.

„Die Mobilitätswende findet nicht nur mit, sondern auch im Handwerk statt: Die Modernisierung der betriebseigenen Fuhrparks und die Umstellung auf alternative Antriebe schreiten in den Betrieben voran. Der Umweltbonus für Fahrzeuge gewerblicher Nutzerinnen und Nutzer hat diese Umstellung als praxistaugliche Fördermaßnahme bislang erfolgreich flankiert und die teils sehr kostspieligen Investitionen ermöglicht. Dass dieses bewährte Instrument nun ersatzlos ausläuft, ist angesichts des Förderbedarfs und der klimapolitischen Zielsetzungen unverständlich“, so Schwannecke.

Denn die Modernisierung gewerblicher Fuhrparks spiele auch für die Klimaziele der Bundesregierung eine zentrale Rolle, was sich jedoch in der Förderpolitik nicht widerspiegele. Ab September stehe nun für Gewerbetreibende kein praxistaugliches und mittelstandsgeeignetes Förderprogramm mehr zur Verfügung, das denselben Erfolg wie der Umweltbonus verspreche, so Schwannecke.

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