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„Kurz vor Krieg“: VW-Handel mit Brandbrief an Konzernchef Diess

| Autor: Christoph Seyerlein

Die Stimmung zwischen dem VW-Handel und dem Hersteller nähert sich dem Nullpunkt. Nachdem es in den letzten Wochen gleich wegen mehrerer Aktionen des Konzerns Ärger gab, verfasste VW/Audi-Händlerverbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp nun einen Brandbrief an Herbert Diess.

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(Bild: Michael Zapf/VAPV)

Die Stimmung zwischen dem Handel und dem Volkswagen-Konzern ist erneut zum Zerreißen gespannt. Die Wut der Händler über mehrere „Alleingänge“ aus Wolfsburg, Ingolstadt, Braunschweig oder Hannover hat sich jetzt in einem Brandbrief von VW/Audi-Händlerverbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp an Volkswagen-Chef Herbert Diess entladen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Aktuell liegen die Händler beispielsweise mit VW Financial Services über die künftigen Stundenverrechnungssätze im Clinch. Sauer stößt den VW-Partnern auch auf, dass Volkswagen Nutzfahrzeuge sich mit einem Onlineshop für junge Gebrauchte am Direktvertrieb ausprobiert.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat nun offenbar die angekündigte Kooperation zwischen Audi und Sixt rund um „Audi on demand“. Sixt sei „unser Erzfeind“ schreibt Weddigen von Knapp in seinem Brief. Der Autovermieter ist mittlerweile auch einer der größten Gebrauchtwagenhändler in Deutschland. Dass Audi Sixt nun auch noch Zugriff auf Kundendaten gibt, will der Händlerverband nicht akzeptieren. Jene Strategie sei nicht nachvollziehbar, zudem habe der Hersteller „in keinem der genannten Punkte“ vorher mit den Händlern gesprochen.

Händler: „Wir sind kurz vor Krieg“

Wie zuletzt häufiger wies Weddigen von Knapp darauf hin, dass das Verhalten des Konzerns nichts mehr mit der gemeinsamen Linie zu tun habe, die Hersteller und Händlerverband (VAPV) bei der Unterzeichnung der künftigen Händlerverträge vereinbart hatten. „We act as one sieht anders aus“, schreibt der VAPV-Präsident. Einen Händler zitiert der RND-Bericht gar mit den Worten: „Wir sind kurz vor Krieg.“

Die Situation ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass auf Seiten des Herstellers kein Manager mehr für den Vertrieb zuständig ist, der die Verträge mit ausgehandelt hatte. Unter anderem ist bei Audi Martin Sander, der an den künftigen Audi-Verträgen entscheidend mitgewirkt hatte, nicht mehr für den Deutschland-Vertrieb zuständig. Seitdem hakt es offenbar nicht nur in der Kommunikation. Weddigen von Knapp schreibt: „Wir müssen erfahren, dass sich immer weniger Vertreter der Konzerns an unsere Vereinbarungen halten.“

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