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„Audi on demand“: Händler müssen Plattform mit Sixt teilen

| Autor: Yvonne Simon

Der Mobilitätsdienst „Audi on demand“ soll ab kommenden Herbst flächendeckend in Deutschland verfügbar sein. Neben dem Handel ist auch Sixt mit im Boot. Der VW/Audi-Partnerverband übt heftige Kritik an der Kooperation mit dem Vermieter.

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(Bild: Audi)

Audi rollt seinen Mobilitätsdienst „Audi on demand“ ab Herbst 2019 flächendeckend in zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland, aus – und holt zusätzlich zum Handel Sixt ins Boot. Das geht aus einer Mitteilung der Ingolstädter vom Donnerstag hervor.

Im Handel, der erst heute von der offiziellen Entscheidung für die Zusammenarbeit mit Sixt erfahren hat, sorgt die Kooperation für heftige Kritik. „Wir können den strategischen Ansatz überhaupt nicht nachvollziehen, dass ein Mitbewerber hier an Bord genommen wird, der sich mit weniger Ertrag für Marke und Handel die Geschäftschancen und Kunden sichert“, erklärt VW/Audi-Partnerverbandschef Dirk Weddigen von Knapp gegenüber »kfz-betrieb«. „Dies ist ein weiterer Bruch der Vereinbarung 'We act as one‘ als Grundlage unserer neuen Verträge.“

Grundsätzlich, so der Verbandspräsident, mache Audi on demand als neuer Kanal für die Mobilitäts- und Vermiet-Aktivitäten der Autohäuser aber schon Sinn: „Wir haben hier auch konstruktive Vorschläge eingebracht und bieten auch weiter unsere konzeptionelle Mitarbeit an.“

Audi on demand soll künftig „alle Mobilitätsangebote von der Kurzfristmiete über Abo-Modelle bis zur langfristigen Fahrzeugnutzung“ als Dachmarke vereinen, so Audi-Chef Bram Schot laut der Mitteilung der Ingolstädter. Händlern bleibt es selbst überlassen, ob sie sich an dem Dienst beteiligen wollen, wie »kfz-betrieb« auf Anfrage erfahren hat. Ab Herbst steht ihnen dafür eine gemeinsame IT-Plattform zur Verfügung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Konzern und dem Handel entwickelt werde.

100 „Mobilitätshubs“ an Sixt-Stationen geplant

Mittels App- und Web-Portalen sollen Kunden dann auf einen Pool aus Autos der teilnehmenden Handelspartner sowie auf Audi-Fahrzeuge aus der Sixt-Flotte zugreifen können – europaweit sollen 10.000 Wagen verfügbar sein. Ob ein Fahrzeug vom Händler oder von Sixt vermittelt wird, hängt von den Kundenwünschen ab. Einwegmieten gebe es beispielsweise nur bei Sixt. Während die Kooperation mit Sixt auf kurze Tagesmieten konzentriert sei, lege man den Mobilitätsdienst im Handel vor allem auf Tages-, Wochenend- oder Überbrückungsmiete aus.

Bislang war Audi on demand in Deutschland nur an zwei Standorten in Heilbronn und am Münchner Flughafen präsent, die beide vom Hersteller selbst betrieben wurden. Der Handel ist seit Herbst 2018 bereits an zehn Standorten in Großbritannien und Spanien beteiligt. Über die Partnerschaft mit Sixt greift Audi nun auf die Standorte des Vermieters in Stadtzentren, an Bahnhöfen und an Flughäfen zu – allein in Deutschland plant Audi bis zu 100 „Mobilitätshubs“ an Sixt-Stationen.

Weiterhin kündigte der Hersteller eine Partnerschaft mit Sixt für den Einsatz von Fahrzeugvernetzungs- und Telemetrie-Technologie an. Langfristiges Ziel ist es unter anderem, dass die Kunden gar nicht mehr am Sixt-Tresen einchecken müssen, sondern direkt ins Fahrzeug steigen und losfahren können. Die Gründung eines Joint-Ventures sei hierfür allerdings nicht vorgesehen.

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 Yvonne Simon

Yvonne Simon

Redakteurin Management & Handel