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Lamborghini Sián: PS-Bolide mit Öko-Feigenblatt

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Lamborghini zeigt auf der IAA 2019 den wohl klassischsten Vertreter des Höher, Schneller, Weiter im Automobilbau: Dass der Supersportler Sián eine Hybridkomponente hat, fällt weder fahrtechnisch noch ökologisch ins Gewicht. Ein Hingucker ist das Auto trotzdem.

Lamborghini setzt sich auf der IAA 2019 mit dem Sián in Szene.
Lamborghini setzt sich auf der IAA 2019 mit dem Sián in Szene.
(Bild: Lamborghini)

Lamborghini zeigt sich auf der IAA mit einer doppelten Premiere. Der Supersportler Sián ist eine der großen Neuheiten der Messe 2019, weil ein echter Hingucker. Und er ist Lamborghinis erster Supersportwagen der Marke mit Hybridtechnologie. Der Flachmann mit einer selbst für diese Marke extrovertierten Optik bietet als technisches Schmankerl einen 577 kW/785 PS leistenden 6,5-Liter-V12 in Kombination mit einer 25 kW/34 PS starken, im Getriebe integrierten 48-Volt-E-Maschine, der beim Beschleunigen und Rangieren unterstützen soll.

Beide Antriebe zusammen bringen in Summe 602 kW/819 PS auf die Straße. Dieses Leistungspotenzial macht den Sián zum bislang stärksten Modell der Marke. Die Fahrleistungen des Flügeltürers sind entsprechend: 2,8 Sekunden dauert der Sprint auf Tempo 100, maximal sind über 350 km/h möglich.

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Die elektrische Antriebseinheit fällt mit 34 Kilogramm erstaunlich leicht aus. Das liegt vor allem am Stromspeicher, denn der E-Motor bezieht seine Energie statt aus einem Lithium-Akku aus einem Superkondensator. Dieser wiegt nicht nur wenig, er kann auch elektrischen Strom schnell aufnehmen und wieder abgeben. Entsprechend lässt sich die beim Bremsen gewonnene Energie beim anschließenden Beschleunigen direkt wieder für den Vortrieb nutzen, was den Sián bei Zwischensprints im Vergleich zu konventionell angetriebenen Lambos nochmals einen Tick schneller macht. Der kleine E-Boost steht allerdings nur bis maximal Tempo 130 zur Verfügung, darüber schaltet sich der Elektromotor automatisch ab.

Nur 63 Exemplare

Beeindruckender als der Extrakick ist jedoch das Design des Sián, der noch breiter und flacher als andere Lambos auf dem Boden kauert. Zudem bietet er ein dramatischeres und zugleich eleganteres Sickenspiel, als es bisher ein Huracan oder ein Aventador zeigten. Fast möchte man meinen, der Sián sei eine Studie, doch tatsächlich wird er in Serie gebaut, allerdings nur 63 Mal. Alle Exemplare wurden zu Preisen im unteren einstelligen Millionenbereich bereits verkauft.

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Optisch trägt der Sián markentypische Designelemente, wie beispielsweise die Y-Form an den NACA-Lufteinlässen an den Türen. Die vordere Motorhaube ist durch diagonale Linien charakterisiert, genau wie beim Countach, der zwischen 1974 und 1990 produziert wurde. Auch die langen und klaren Konturen erinnern in ihrem Design an den Countach. Die Y-förmigen Scheinwerfer werden zum ersten Mal als Tagfahrlicht eingesetzt und dienen auch dem charakteristischen Design des Nachtfahrlichts, das ursprünglich für den Lamborghini Terzo Millennio entworfen wurde. Das Fahrzeugheck zeigt die für Lamborghini typischen hexagonalen Designelemente.

Der Heckflügel ist in das Profil integriert und auf dem Dach fügt der „Periscopio“-Tunnel, der beim Countach ursprünglich mit einem Rückspiegel ausgestattet war, dem Fahrzeug ein stilistisches Element hinzu, das sich optisch den Lamellen der Motorabdeckung anpasst.

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