Lange Haltedauer ist unwirtschaftlich

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Viele Verbraucher glauben, mit einem alten Auto günstiger zu fahren. Ein Irrtum, wie eine Analyse der Dekra nahelegt. Mit dem Alter wird es wieder richtig teuer.

Das durchschnittliche Alter der Fahrzeuge in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich. "Viele Autofahrer glauben Geld zu sparen, wenn sie ihr Fahrzeug möglichst lange behalten", berichtete Dr. Gerd Neumann, Mitglied der Geschäftsführung der Dekra Automobil AG, auf der AMI in Leipzig.

Dieser landläufigen Verbraucher-Einschätzung rückt eine neue Dekra-Untersuchung zu Leibe. Denn der Dekra-Kostenanalyse zu Folge steigen die Betriebskosten der Fahrzeuge mit Ihrem Alter. Dekra hat hierfür die volumenstarken Fahrzeugsegmente Kleinwagen, untere Mittelklasse (Golfklasse), Mittelklasse, obere Mittelklasse und Vans analysiert. Die Berechnungsbasis bildeten die Fixkosten (Anschaffung, Wertverlust, Steuer und Versicherung), die variablen Kosten (Kraftstoff, reparatur, Wartung und Pflege) die Nutzungsdauer (vier Jahre, 15 600 km p. a,) sowie die marktüblichen Preise für Neu- und Gebrauchtwagen.

Vier Jahre alte Autos am günstigsten

Der Dekra-Untersuchung zufolge sind die Betriebskosten bei Neuwagen wegen der Anschaffungskosten und dem mit der Zulassung einsetzenden Wertverlust am höchsten. Am preiswertesteten sind Autofahrer unterwegs, deren Fahrzeug etwa vier Jahre alt ist. Danach steigen die Betriebskosten wieder deutlich an - bis hin zum Niveau des Neufahrzeugs.

Am geringsten sind die Schwankungen über das Lebensalter der Automobile bei den Kleinwagen. Während beim Neuwagen 100 gefahrene Kilometer 46,12 Cent kosten, sind es beim vier Jahre alten Fahrzeug 43,91 Cent und beim acht Jahre alten Gebrauchten 47,87 Cent. Neumanns Fazit: "Wer günstig Auto fahren will, fährt einen jungen Gebrauchten."