Lister Cars rekonstruiert alten Jaguar-Renner mit Magnesium-Karosserie

Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

Eine englische Rennwagenschmiede kommt bei ihrem Nachbau von zehn Jaguar „Knobbly“ aus den 50er-Jahren mit speziellen Leichtbaumaßnahmen auf ein Leergewicht von unter 800 Kilogramm.

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Dieser gut 1,2 Millionen Euro teure Lister-Nachbau soll fast 300 km/h schnell sein.
Dieser gut 1,2 Millionen Euro teure Lister-Nachbau soll fast 300 km/h schnell sein.
(Bild: (c) Lister/Michael Bailie)

Die historische englische Rennwagenschmiede Lister Cars hat sich nach ihrer Wiederbelebung im Jahr 2013 dem möglichst originalgetreuen Nachbau alter Rennwagen verschrieben. So wurden ab 2014 zehn Jaguar „Knobbly“ gefertigt.

Knobbly? Ob seiner ausladenden Rundungen hat der 50er-Jahre-Rennwagen den Spitznamen der „Knubbelige“ erhalten. Eben jenen Knobbly will Lister jetzt in einer Sonderedition von 10 Fahrzeugen aufgelegen, die einer historischen Magnesium-Spezifikation entsprechen, mit der Stirling Moss 1958 in Silverstone seine Runden drehte.

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Schon damals ging es im Rennsport vor allem um Gewicht, welches im Fall des 58er-Knobbly mithilfe einer aus Magnesium gefertigten Karosserie deutlich gesenkt werden konnte. Ebenso wurden die Ölwanne sowie die Gehäuse von Getriebe, Kupplung und dem Differenzial aus dem Leichtmetall gebaut. Dieser Aufwand soll nun auch bei den aus Hand gefertigten Nachbauten betrieben werden. Lohn der Leichtbau-Mühen: Der Lister-Nachbau soll unter 800 Kilogramm wiegen.

Entsprechend leichtes Spiel hat der aus dem Jaguar D-Type stammende Motor. Dieser Reihensechszylinder soll aus 3,8 Liter Hubraum gut 340 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment mobilisieren. Lister verspricht damit einen Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in weniger als 4 Sekunden. Maximal sollen knapp unter 300 km/h möglich sein.

Eigentlich handelt es sich beim Magnesium-Knobbly um ein reines Rennfahrzeug. Doch Lister kann auf Kundenwunsch auch eine Straßenzulassung für Großbritannien realisieren. Für solche und andere Sonderwünsche sollte der Preis von umgerechnet 1,2 Millionen Euro ausreichend Spielraum bieten.

Dafür erhalten die Kunden nicht nur das Fahrzeug, sondern gleich noch ein ganzes Paket an Extras und Dienstleistungen. So bekommt der Käufer unter anderem ein Verschleißteilepaket, einen Rennoverall und eine Abdeckplane mit dazu. Zusätzlich soll es Kunden ermöglicht werden, Sir Stirling Moss bei einem Abendessen kennenzulernen. Eine professionelle Betreuung beim Renneinsatz, eine Profieinweisung und eine einjährige Garantie gibt es obendrauf.

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