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Lynk & Co startet europäischen Vertrieb mit Mitgliedschaftsmodell

| Autor: Andreas Wehner

Wer ein Fahrzeug der Volvo-Schwestermarke fahren möchte, kann es nicht kaufen. Lynk & Co bietet sein erstes Modell „01“ in Europa im Rahmen eines Mitgliedschaftsmodells an. Die ersten Autos sollen im Frühjahr 2021 ausgeliefert werden.

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Die chinesische Volvo-Mutter Geely will mit der Marke Lynk & Co in Europa an den Start gehen.
Die chinesische Volvo-Mutter Geely will mit der Marke Lynk & Co in Europa an den Start gehen.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Lynk & Co will im Frühjahr 2021 die ersten Fahrzeuge in Europa ausliefern. Die Tochter des chinesischen Geely-Konzerns startet mit dem SUV „01“, der sich die Plattform mit dem Volvo XC40 teilt und in China bereits auf dem Markt ist.

Beim Vertrieb hat sich das Fabrikat für einen neuen Weg entschieden. Es bietet seine Fahrzeuge innerhalb eines Mitgliedschaftsmodells an, ähnlich einem Abo. Allerdings können Besitzer eines Lynk-&-Co-Modells ihr Fahrzeug an andere Mitglieder weitergeben und so ihre monatlichen Kosten senken – im äußersten Fall auf null. Maximal sollen Lynk-&-Co-Fahrer 500 Euro im Monat ausgeben müssen, sagte der Chef des Autobauers, Alain Visser, am Mittwoch in einer Online-Präsentation.

Wartung und Versicherung sind inbegriffen. Zudem haben Mitglieder Zugang zu allen Konnektivitätsdiensten, die Lynk & Co anbietet. Wer ein Fahrzeug nur ab und zu nutzen möchte, kann mit einer kostenlosen Mitgliedschaft bei Bedarf Fahrzeuge anderer Mitglieder gegen eine Gebühr buchen. „Die Leute wollen ein Auto fahren, sie wollen es nicht notwendigerweise kaufen oder besitzen“, sagte Visser zum Lynk-&-Co-Konzept. Mitglieder können mit einer Frist von einem Monat wieder kündigen.

Erster Standort in Amsterdam

Die Mitgliedschaft kann laut Visser ab Ende Oktober mit wenigen Klicks online abgeschlossen werden. Zudem können Interessenten auch in einem der so genannten „Clubs“ Mitglieder werden. So bezeichnet Lynk & Co seine Standorte, die das Unternehmen in großen europäischen Städten eröffnen möchte. Der erste geht den Plänen zufolge Ende Oktober in Amsterdam an den Start, der zweite noch vor Jahresende in Göteborg. Weitere Städte sollen im kommenden Jahr folgen.

Die Fahrzeuge bietet Lynk & Co immer in Vollausstattung an. Ein Kunde hat nur zwei Auswahlmöglichkeiten: Er muss sich entscheiden, ob er ein Hybrid-Modell oder ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug möchte, und er kann sich die Farbe aussuchen. Hier hat er jedoch nur die Wahl zwischen Schwarz und Blau.

„Wir sind nicht so arrogant, zu sagen, die Automobilindustrie ist auf dem falschen Weg, und wir sind auf dem richtigen. Aber wir sind überzeugt, dass es genug Leute da draußen gibt, die etwas komplett Anderes wollen“, sagte Visser.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«