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Mängelstatistik für Oldtimer

| Redakteur: Markus Lauer

Die KÜS-Mängelstatistik zeigt, dass die meisten Young- und Oldtimer ihre spezifischen Stärken und Schwächen haben. Diese können Werkstätten gezielt angehen und beheben.

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Von 244 untersuchten Opel Rekord hatten 133 Defekte.
Von 244 untersuchten Opel Rekord hatten 133 Defekte.
( Archiv: Vogel Business Media )

Will ein Halter oder eine Kfz-Werkstatt für ein Fahrzeug eine H-Zulassung oder ein rotes 07er-Kennzeichen haben, muss der Wagen das Oldtimergutachten gemäß § 23 StVZO bestehen. Schafft er das, erhält der Oldie-Besitzer finanzielle Vorteile durch die pauschale Kfz-Steuer.

Der Oldtimercheck beinhaltet eine Untersuchung im Umfang einer HU (gemäß § 29 StVZO). Auch das sachverständige Begutachten bezüglich des Pflege-/Erhaltungszustands des Fahrzeugs und der Originalität seiner Hauptbaugruppen gehört dazu. Zu den relevanten Hauptbaugruppen eines Oldtimers zählen Aufbau/Karosserie, Rahmen/Fahrwerk, Motor/Antrieb, Bremsanlage, Lenkung, Räder/Reifen, elektrische Anlage und der Fahrzeuginnenraum.

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Die Prüforganisation KÜS führte in den letzten Jahren viele dieser Oldtimerbegutachtungen durch und kann somit auf eine Statistik zugreifen, die die typenspezifischen Mängel von verschiedenen Fahrzeugen darstellt.

Oft ist das Licht defekt

Die KÜS unternahm 2008/2009 244 Hauptuntersuchungen an den Opel-Modellen Rekord A, B, C und D. Davon hatten 45,49 Prozent keine Mängel, 43,44 Prozent geringe Mängel und 11,07 Prozent erhebliche Mängel.

Von den 244 untersuchten Opel hatten 133 Defekte; am häufigsten beanstandeten die KÜS-Prüfer hierbei die lichttechnische Einrichtung.

Anders sah es bei der HU an den 12.279 Audi 80 aus. Hier erhielten nur 24,74 Prozent die Plakette auf Anhieb. Geringe Mängel wiesen 43,89 Prozent auf, und bei 31,28 Prozent stießen die Prüfer auf erhebliche Mängel. Nur geringe 0,09 Prozent der Autos waren verkehrsunsicher und durften den Hof der Prüforganisation auf eigener Achse nicht mehr verlassen.

Bei den Ingolstädtern waren ebenfalls Defekte an den lichttechnischen Einrichtungen die häufigste Mängelursache.

Auch 2.548 Audi 100 stellten sich bei der KÜS vor. Leider fuhren nur 26,33 Prozent ohne Beanstandung wieder nach Hause; 43,25 Prozent wiesen geringe und 30,34 Prozent erhebliche Mängel auf. Beim Audi 100 war es die Bremsanlage, die die Prüfer am häufigsten reklamierten.

Schwächen gezielt angehen

Von den Münchnern versuchten 277 BMW 1502, 1602, 1802 und 2002 ihr Glück bei der HU. 48,38 Prozent schafften die Ohne-Mängel-Hürde. An 36,82 Prozent notierten die Prüfingenieure geringe und an 14,80 Prozent erhebliche Mankos.

Die meisten BMW wiesen Defekte an den lichttechnischen Einrichtungen auf.

Anders sieht es bei den Old- und Youngtimern W114, W115 und W123 aus dem Hause Mercedes-Benz aus. Hier bemängelte die KÜS meist Defekte an Fahrgestell und Rahmen.

In die Prüfhallen fuhren 3.632 Daimler, davon waren 29,38 Prozent fehlerfrei, 47,85 Prozent hatten geringe und 22,74 Prozent erhebliche Mängel.

Wie anhand der Zahlen und Fakten (siehe Tabellen) ersichtlich ist, haben jede Marke und jedes Fahrzeug ihre Schwächen. Diese können Interessenten und Kfz-Werkstätten gezielt unter die Lupe nehmen, wenn sie einen Old- und Youngtimer kaufen oder restaurieren wollen.

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