MAN hält trotz dürftiger Ergebnisse am Platooning fest

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Auf den Autobahnen fahren Lkw faktisch in der Kolonne, technische Hilfsmittel könnten den Effekt optimieren. Das sogenannte Platooning konnte im MAN-Praxistest in entscheidenden Punkten jedoch nicht vollkommen überzeugen.

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MAN ist mit den Ergebnissen des Platooning-Tests nicht zufrieden, sieht aber weiter Potenzial in Kolonnenfahrten.
MAN ist mit den Ergebnissen des Platooning-Tests nicht zufrieden, sieht aber weiter Potenzial in Kolonnenfahrten.
(Bild: MAN)

Das Fahren mit automatisierten Kolonnen-Lkw spart neuen Testergebnissen zufolge weniger Kraftstoff als erwartet. Rund 3 bis 4 Prozent weniger Sprit verbrauchten Lkw unter den Testbedingungen beim sogenannten Platooning, hat Lkw-Hersteller MAN ermittelt. Erhofft hatte man sich eine Einsparung von rund 8 bis 10 Prozent.

Ende vergangenen Jahres hatte MAN Truck & Bus zusammen mit der Bahn-Logistiktochter DB Schenker und der Hochschule Fresenius auf einer Teststrecke in Bayern einige Wochen lang das Platooning erprobt. Rund 35.000 Testkilometer wurden dafür gefahren.

Dabei fahren Lastwagen vom Computer gesteuert dicht hintereinander in einer Kolonne. Platooning gilt als einer der Entwicklungsschritte auf dem Weg zu selbstfahrenden Lastwagen, die den Gütertransport auf der Straße günstiger und sicherer machen sollen. Das Verkehrsministerium fördert das Projekt mit fast 1,9 Millionen Euro. Die Lkw-Fahrer, die im Abstand von nur 15 bis 21 Metern fuhren, lobten laut MAN den Fahrkomfort und das allgemeine Sicherheitsempfinden.

In dem Test mit Diesel-Lkw verbrauchte der vordere Laster verglichen mit normal fahrenden Lkw 1,3 Prozent weniger Kraftstoff. Der folgende Lkw sparte wegen des Windschattens 3 bis 4 Prozent ein. Die Kolonne erzeuge insgesamt andere Windwirbel als ein einzelner Lkw und werde dadurch weniger abgebremst, erklärte ein MAN-Mitarbeiter.

MAN-Chef Joachim Drees glaubt aber, dass im Praxisbetrieb höhere Spriteinsparungen möglich sind. Im Test habe es Auflagen gegeben, die den Verbrauch erhöht hätten, etwa regelmäßiges Entkoppeln der Kolonne oder kein Einsatz bestimmter spritsparender Systeme. Außerdem sei die Teststrecke – die A 9 bei München und Nürnberg – sehr stark befahren.

Insgesamt ziehen die Projektpartner ein positives Testfazit. Praxisreif in Serie gehen könnte das Platooning nach Einschätzung von Alexander Doll, Bahn-Vorstand für Güterverkehr, Logistik und Finanzen, Mitte oder Ende der 2020er Jahre. Seinen Angaben zufolge könnten etwa 40 Prozent der gefahrenen Kilometer in Platoons durchgeführt werden. Hierfür seien allerdings weitere Tests und entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen notwendig.

Der MAN-Konkurrent Daimler ist dagegen von den Feldversuchen mit den Kolonnenfahrzeugen weniger überzeugt. Wegen der geringen Sprit-Einsparung hatte die Konzernführung bereits im Januar angekündigt, das Platooning-Konzept nicht weiter verfolgen zu wollen. Daimler investiert stattdessen verstärkt in hochautomatisierte Lkw.

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