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Markus Duesmann wird Audi-Chef

Autor: Christoph Seyerlein

Audi bekommt zum 1. April 2020 einen neuen Vorstandschef. Markus Duesmann folgt dann auf Bram Schot, der den gesamten Konzern verlässt. Ex-BMW-Mann Duesmann muss große Herausforderungen meistern.

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(Bild: Audi)

Was sich bereits abzeichnete, ist nun beschlossene Sache: Markus Duesmann wird zum 1. April 2020 neuer Audi-Chef. Das bestätigte Volkswagen-Aufsichtsratsboss Hans Dieter Pötsch am Freitag nach einer Sitzung des Kontrollgremiums.

Der amtierende Vorstandsvorsitzende der Ingolstädter, Bram Schot, wird den Konzern Ende März 2020 verlassen. „Das entspricht seinen persönlichen langfristigen Planungen“, so Pötsch. Er dankte dem Niederländer für seinen Einsatz. Schot habe „all das in die Wege geleitet, was eine Premiummarke in Zeiten der Transformation braucht.“ Auch Volkswagen-CEO Herbert Diess dankte Schot am Freitag: „Er hat die Führung der Audi AG in einer schwierigen Zeit übernommen, die Geschäfte sehr erfolgreich geleitet und wichtige Veränderungen angestoßen.“

Der 58-jährige Abraham Schot war bei Audi nach der Verhaftung Rupert Stadlers am 19. Juni 2018 zunächst übergangsweise auf den Chefposten gerückt. Im Dezember 2018 ernannte der Aufsichtsrat ihn dann zum dauerhaften CEO.

Während seiner gesamten Amtszeit galt er allerdings nicht als Wunschkandidat von Volkswagenchef Herbert Diess. Dieser favorisierte seinen ehemaligen BMW-Kollegen Markus Duesmann, den VW im Juli 2018 von den Münchnern abgeworben hatte. BMW belegte seinen ehemaligen Einkaufsvorstand allerdings mit einer Wettbewerbssperre. Diese lassen die Bayern nun zum 1. April 2020 fallen, sodass der Weg für Duesmann zu Audi frei ist. Pötsch sagte dazu: „Weder haben wir BMW dafür etwas angeboten, noch wurde von uns etwas gefordert.“ Duesmann erhält zudem einen Sitz im Volkswagen-Konzernvorstand.

Auch im Handel war Schot unbeliebt

Schot hatte auch ansonsten intern keinen leichten Stand. Ende August hatte ihn VW/Audi-Händlerverbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp im Gespräch mit »kfz-betrieb« heftig attackiert. Er habe noch keinen Chef eines Automobilherstellers erlebt, der den eigenen Handel so gegen sich aufgebracht habe, so Weddigen. Hintergrund war eine Partnerschaft zwischen Audi und Sixt bei Audi on demand. Sixt gilt vielen Händlern als Erzfeind.

Mit Duesmann übernimmt in einem halben Jahr ein Mann mit drei Jahrzehnten Erfahrung in der Automobilbranche. Diess kommentierte am Freitag: „Ich freue mich, dass künftig ein Ingenieur bei Audi das Sagen hat. Er wird dem Anspruch „Vorsprung durch Technik“ neuen Glanz verleihen.“

Der 50-Jährige ist Maschinenbau-Ingenieur. Seine Karriere startete er 1992 bei der Daimler-Benz AG. Nach einer Station bei FEV kehrte er 2003 zu Daimler-Chrysler nach Stuttgart zurück und wurde ein Jahr später Entwicklungsleiter für die Formel 1. 2007 wechselte er zum BMW-Sauber-Formel-1-Team. Nach Ausstieg jenes Teams aus der Rennserie 2010 ging es für Duesmann in die BMW-Zentrale. Nach verschiedenen Positionen in der Entwicklung stieg er im Oktober 2016 zum Vorstand für Beschaffung auf.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«